Neue Broschüre macht Gewalt an Senioren sichtbar

Darin wird anschaulich erklärt, wie vielfältig das Problem ist. So kann auch Überfürsorge das Wohlbefinden eines Menschen beeinträchtigen, ebenso wie Vernachlässigung. Viele ältere Menschen erleben zudem wirtschaftliche Gewalt, wenn sie nicht mehr selbstbestimmt über ihr Geld oder ihr Vermögen verfügen können, so das LPA. „Wenn älteren Menschen Entscheidungen abgenommen werden und sie in ihrer Selbstständigkeit eingeschränkt sind, kann dies eine Form von Gewalt sein“, hielt Soziallandesrätin Rosmarie Pamer fest. Die Broschüre solle Mut machen, sich Unterstützung zu holen und aktiv zu werden. „Denn Respekt, Würde und Selbstbestimmung haben keine Altersgrenze.“
Für die Bozner Sozialstadträtin Patrizia Brillo ist klar: „Wir müssen hinschauen, hinhören und um Rat fragen.“ Wie man mit Senioren umgehe, sage viel über die Gesellschaft aus.
Schüler gestalteten die Broschüre
Gestaltet wurde die Broschüre von der dritten und vierten Klasse der Fachrichtung Grafik an der Landesberufsschule „Luigi Einaudi“ in Bozen. „Es war eine ganz bewusste Entscheidung, die jungen Menschen in der grafischen Gestaltung ebenso wie Fachkräfte in der Textgestaltung einzubeziehen“, sagte Paola Santoro vom Betrieb für Sozialdienste Bozen.
Die Broschüre listet nicht nur auf, sondern gibt auch Tipps, was man tun kann. Eine Anlaufstelle ist das Seniorentelefon des Betriebs für Sozialdienste Bozen, das landesweit Anrufe entgegennimmt. Erreichbar ist es unter 0471 162 62 66, werktags von 9 bis 12 Uhr und donnerstags zusätzlich von 14.30 bis 17.30 Uhr.






