von ih 09.09.2026 16:36 Uhr

Elf Jahre Stillstand: Tiroler Berufsmeisterschaft ausgebremst

Die Idee einer gemeinsamen Berufsmeisterschaft für die Europaregion Tirol ist am Mittwoch im Südtiroler Landtag erneut auf Widerstand gestoßen. Ein entsprechender Antrag des Landtagsabgeordneten Bernhard Zimmerhofer (Süd-Tiroler Freiheit) fand nicht die Zustimmung der Regierungsmehrheit.

Bernhard Zimmerhofer, Landtagsabgeordneter der Süd-Tiroler Freiheit - Foto: STF

Bernhard Zimmerhofer hatte gefordert, eine gemeinsame Berufsmeisterschaft für Nord-, Ost-, Süd- und Welsch-Tirol auf den Weg zu bringen. Darüber hinaus sollten Gespräche mit den zuständigen Stellen aufgenommen und langfristig geprüft werden, ob die Europaregion Tirol auch bei den internationalen WorldSkills mit einer gemeinsamen Mannschaft antreten könnte.

Für Verwunderung sorgte bei Zimmerhofer die Argumentation von Landesrat Marco Galateo. Dieser verwies darauf, dass die Statuten der WorldSkills eine Teilnahme einer Europaregion als gemeinsame Mannschaft nicht vorsehen würden. Zimmerhofer erinnerte daran, dass der Südtiroler Landtag bereits 2015 mit großer Mehrheit die Schaffung einer gemeinsamen Berufsmeisterschaft beschlossen hatte. Umgesetzt wurde dieser Beschluss bislang jedoch nicht.

Politischer Wille fehlt

Aus Sicht der Süd-Tiroler Freiheit könnte eine gemeinsame Berufsmeisterschaft weit über den eigentlichen Wettbewerb hinaus Wirkung entfalten. Sie könnte den Austausch zwischen jungen Fachkräften fördern, gemeinsame Lehrlingsprogramme und grenzüberschreitende Projekte ermöglichen und die Zusammenarbeit zwischen Betrieben stärken. Gleichzeitig würde die Europaregion Tirol für junge Menschen konkreter erlebbar.

Bei der Abstimmung zeigte sich schließlich eine klare Trennlinie zwischen Regierung und Opposition. Während die Opposition in einzelnen Punkten geschlossen für den Antrag stimmte, stellte sich die Regierungsmehrheit dagegen.

Zimmerhofer kritisierte anschließend den fehlenden politischen Willen. Lob für die Leistungen der Handwerker und Lehrlinge allein reiche nicht aus. Wenn ein bereits 2015 beschlossener Vorstoß elf Jahre später noch immer nicht umgesetzt sei, liege das Problem aus seiner Sicht nicht bei den WorldSkills, sondern bei der Politik.

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