von lif 08.09.2026 15:13 Uhr

Tirol will bis 2050 energieautonom sein

Bei der Herbstklausur in Osttirol hat die Landesregierung ihre Pläne für die Energiewende vorgestellt. Schon heute versorgt sich das Bundesland an 220 Tagen im Jahr komplett selbst.

Bild: APA

Tirol hält am Ziel fest bis 2050 energieautonom zu werden und den Import fossiler Brennstoffe zu beenden. Bereits heute werden 60 Prozent des Endenergiebedarfs aus erneuerbaren Quellen gedeckt, vor allem aus Wasserkraft und Biomasse. An 220 von 365 Tagen im Jahr versorgt sich das Land vollständig mit heimischer, erneuerbarer Energie und liegt damit deutlich über dem Österreich- und EU-Schnitt. „Die fossilen Energieträger sind die wahren Preistreiber und die Öl-Scheichs und Gas-Oligarchen die Krisen-Profiteure“, betont Landeshauptmann Anton Mattle. Die Energiewende entscheide über Wohlstand, Standort, Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätze.

Bis 2050 muss die erneuerbare Energie um 50 Prozent ausgebaut und der Endenergiebedarf im Vergleich zu 2024 um 30 Prozent gesenkt werden, so das Land in einer Aussendung. Nötig ist unter anderem ein Ausbau der Wasserkraft um rund 25 Prozent. „Ein ambitioniertes Ziel, das wir meistern, wenn wir alle zusammenarbeiten“, sagt Energiereferent Landeshauptmann-Stellvertreter, Josef Geisler.

Mehr Stromspeicher und Wärmewende

Ein Schwerpunkt liegt auf Speichermöglichkeiten, denn Sonnenstrom steht nicht immer dann zur Verfügung, wenn er gebraucht wird. „Unsere Speicherkraftwerke brauchen keine kritischen Rohstoffe, die importiert werden müssen“, so Mattle. Die Förderung für netzdienliche Stromspeicher, die etwa Privathaushalte für Batteriespeicher beantragen können, wird 2027 weiterentwickelt. Weil die Nachfrage so groß ist, dass die Mittel für 2026 fast ausgeschöpft sind, stockt das Land das Budget auf.

Auch beim Heizen soll sich einiges tun, immerhin entfallen 45 Prozent des Endenergiebedarfs auf den Gebäudesektor. „Bei der Wärmewende gilt: Raus aus Öl und Gas und hinein in effiziente, erneuerbare Wärme“, so Geisler. Nah- und Fernwärmenetze werden ausgebaut, zudem erhalten Haushalte mit der Aktion „Mission Keller-Check“ in der Heizsaison 2026/27 kostenlose Dämmsets für Heizungsrohre.

Busse bis 2040 emissionsfrei

Die Busflotte des Verkehrsverbunds soll bis 2040 vollständig emissionsfrei und elektrisch fahren. In einem ersten Schritt sollen bis Dezember 2030 mindestens 65 Prozent der neu beschafften Busse emissionsfrei sein, vor allem Stadt- und Ortsbusse. „Über 198.000 Tiroler mit einer VVT-Jahreskarte leisten bereits heute einen wichtigen Beitrag zur Energiewende“, sagt Mobilitätslandesrat René Zumtobel.

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