Soziale Mitte wirft STF Rechtsruck vor

„Soeben haben wir 80 Jahre Pariser Vertrag gefeiert. Wir haben daran erinnert, wie aus einem historischen Konflikt durch Diplomatie, politischen Dialog und gegenseitigen Respekt ein Modell des friedlichen Zusammenlebens entstehen konnte“, so die Vorsitzende Gabi Morandell in einer Aussendung. „Wenn gleichzeitig rechtsextreme politische Positionen immer stärker salonfähig gemacht werden, ist das für uns ein extremer Widerspruch zu dem Südtirol, das wir aufgebaut haben.“
Für die Soziale Mitte dürfen Heimatliebe, Südtiroler Identität und das Eintreten für die Autonomie nicht zum Vehikel für einen Rechtsruck werden. „Wer Südtirol liebt, muss nicht ständig nach außen zeigen, wer nicht dazugehört“, sagt der stellvertretende Vorsitzende Andreas Pramstraller. Aus berechtigtem Stolz auf die eigene Heimat dürfe kein politisches Konzept der Abgrenzung werden: „Patriotismus bedeutet Verantwortung für die eigene Heimat und nicht die Abwertung anderer.“
Besonders kritisch sieht der Vorstand die Signalwirkung auf junge Menschen. „Junge Menschen brauchen politische Orientierung, aber keine Politik, die mit Feindbildern arbeitet und gesellschaftliche Gruppen gegeneinander ausspielt“, meint Hannes Unterhofer. Man müsse sich zwar mit unterschiedlichen politischen Positionen auseinandersetzen können, doch zwischen einer kritischen Auseinandersetzung mit der AfD und einer politischen Annäherung bestehe ein wesentlicher Unterschied.
Verweis auf Mattarella
Kunhilde von Marsoner: „Unsere Autonomie ist das Ergebnis eines langen und schwierigen Weges. Sie wurde nicht durch Abschottung erreicht, sondern durch Verhandlungen, internationale Zusammenarbeit und die Bereitschaft, Konflikte friedlich zu lösen.“ Gerade deshalb solle Südtirol jenen Kräften keine Bühne bieten, deren Politik von Polarisierung geprägt sei. Der Vorstand verweist auch auf Staatspräsident Sergio Mattarella, der bei den Feierlichkeiten zum Pariser Vertrag die Entwicklung Südtirols als Sieg der Diplomatie über die Konfrontation bezeichnet habe. „Südtirol ist stark, weil es gelernt hat, aus Gegensätzen Brücken zu bauen. Wir wollen kein Südtirol der politischen Abschottung und der rechtsextremen Vernetzung“, so der Vorstand.






