Bäuerinnen fordern: „Gleichstellung braucht finanzielle Unabhängigkeit“

Frauen tragen in landwirtschaftlichen Betrieben Verantwortung als Unternehmerinnen und Mitunternehmerinnen. Dennoch spiegeln Eigentumsverhältnisse, Vermögensaufbau, Altersvorsorge sowie der Zugang zu Finanzierung ihre Leistungen häufig nicht ausreichend wider. Strukturelle Hürden sind etwa geringere Betriebsgrößen, fehlende Sicherheiten oder ein fehlender Betriebsleiterinnenstatus.
Landesbäuerin verweist auf Zahlen
„Es ist bewiesen, dass frauengeführte Unternehmen branchenübergreifend risikoärmer und verlässlicher bei der Rückzahlung von Krediten sind als männlich geführte Unternehmen“, betont die Südtiroler Landesbäuerin Antonia Egger. Zugleich schnitten sie bei Umwelt, Sozialem und Governance besser ab und investierten stärker in die Weiterbildung ihrer Beschäftigten. „Es wird Zeit, die notwendigen Schlüsse daraus zu ziehen.“
Konkret fordern die vier Verbände, Kreditvergabe und Förderinstrumente geschlechtergerecht auszugestalten und strukturelle Hürden abzubauen. Zudem sollen Bildungs-, Beratungs- und Netzwerkangebote ausgebaut werden, um das Finanzwissen zu stärken. Auch die eigenständige finanzielle und soziale Absicherung mitarbeitender Frauen soll verbessert werden. Als Vorbild nennen die Verbände die Schweiz, wo Direktzahlungen an den Nachweis eines Versicherungsschutzes für mitarbeitende Partner gekoppelt sind.
„Frauen bringen Eigenmittel und Leistungen in die Betriebe ein, auch das muss in der Finanzbildung aufgegriffen werden“, so Egger. Für die Schweizer Präsidentin Anne Challandes ist Gleichstellung erst dann erreicht, „wenn eine Frau ihre Wahl hinsichtlich ihrer Position, der Übernahme von Verantwortung und der Aufteilung von Aufgaben nicht mehr rechtfertigen muss“.
Die vier Verbände vertreten gemeinsam rund 646.000 Bäuerinnen und LandFrauen.






