von mmh 05.09.2026 10:35 Uhr

Tirol und Steiermark vertiefen Kooperation im Gesundheitswesen

Tirol und die Steiermark wollen bei der Gesundheitsversorgung künftig noch enger zusammenarbeiten. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem innovative Modelle, bei denen verschiedene Bereiche des Gesundheitswesens stärker miteinander verknüpft werden. Dazu tauschten sich Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele und ihr steirischer Amtskollege Karlheinz Kornhäusl im Landesinstitut für Integrierte Versorgung (LIV) Tirol in Innsbruck aus. Auch Thomas Klestil, medizinischer Geschäftsführer der tirol kliniken, nahm an dem Treffen teil.

Beim gemeinsamen Austausch im Landesinstitut für Integrierte Versorgung (LIV) Tirol (v. r.): Steiermarks Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl, LRin Cornelia Hagele, LIV-Vorständin Renate Reingruber und Thomas Klestil (medizinischer Geschäftsführer tirol kliniken). (Bild: © Land Tirol/Neuner)

Dabei ging es insbesondere um die sogenannte integrierte und sektorenübergreifende Versorgung. Ziel ist es, verschiedene Angebote besser aufeinander abzustimmen und die Versorgung stärker an den Bedürfnissen der Patienten auszurichten.

LIV Tirol als Vorzeigemodell

Seit rund zehn Jahren entwickelt und koordiniert das LIV Tirol innovative Versorgungsmodelle. Dabei werden Patienten über die Grenzen einzelner Fachbereiche hinweg begleitet. Das Institut übernimmt unter anderem eine Vernetzungsfunktion zwischen Betroffenen und Einrichtungen aus Krankenhäusern, dem niedergelassenen Bereich, der Pflege und der Rehabilitation.

Zum Netzwerk gehören neben Ärzten, Pflegekräften und Therapeuten auch Fachkräfte aus dem Sozialbereich, etwa Sozialarbeiter, aus allen Tiroler Regionen.

Zu den Programmen des LIV Tirol zählen unter anderem HerzMobil Tirol, CareManagement Tirol, der Schlaganfallpfad Tirol sowie ein neues Diabetes-Pilotprojekt. Hinzu kommen Koordinationsstellen für die Hospiz- und Palliativversorgung, Demenz und Peripartale Psychische Gesundheit.

„Unsere Patienten müssen nicht eigenständig die Schnittstellen zwischen einzelnen Gesundheitsangeboten überwinden. Wir wollen die Versorgung um die Menschen und ihren Lebensalltag herum organisieren“, erklärt LIV-Vorständin Renate Reingruber. Dafür brauche es ein engmaschiges Netzwerk aus Gesundheitsdienstleistern über alle Tiroler Bezirke hinweg. Auch die Digitalisierung spiele dabei eine wichtige Rolle.

Zusammenarbeit über Bundesländergrenzen hinweg

Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele sieht in der Zusammenarbeit zwischen Tirol und der Steiermark einen wichtigen Schritt. Moderne Versorgungsprogramme würden zeigen, dass unterschiedliche Fachbereiche stärker ganzheitlich gedacht werden müssten. Dies gelte auch für die Gesundheitsversorgung insgesamt, die nicht an den Grenzen einzelner Einrichtungen oder Bundesländer enden dürfe.

Auch Karlheinz Kornhäusl betont die Bedeutung des Austauschs. Die Gesundheitsversorgung kenne keine Bundesländergrenzen. Die Kooperation zwischen der Steiermark und Tirol im Bereich der Telemedizin sei neben Spitalskooperationen mit Salzburg und Oberösterreich ein wichtiger Bestandteil der bundesländerübergreifenden Zusammenarbeit.

Das gemeinsame Ziel sei es, Patienten schneller zu Terminen und Behandlungen zu bringen und erfolgreiche Ansätze weiterzuentwickeln.

Bereits bestehende Kooperationen

Tirol und die Steiermark arbeiten bereits heute bei verschiedenen telemedizinischen Angeboten zusammen. Dazu gehören HerzMobil und die Teledermatologie. Diese Kooperationen sollen künftig weiter vertieft werden.

Dass das Tiroler Modell auch über die Landesgrenzen hinaus Beachtung findet, zeigen mehrere Auszeichnungen. Das LIV Tirol erhielt in diesem Jahr den INTEGRI-Preis in der Kategorie „Erprobte Initiative“. Der Preis zeichnet österreichweit Modelle der integrierten Gesundheitsversorgung aus. Zusätzlich wurde der Schlaganfallpfad Tirol erstmals mit dem „INTEGRI Evolution“-Preis ausgezeichnet.

Beide Länder wollen den Austausch künftig weiter intensivieren. Die Herausforderungen im Gesundheitswesen seien in Tirol und der Steiermark ähnlich. Deshalb soll auf bereits entwickelten Lösungen aufgebaut werden, anstatt diese jeweils neu zu entwickeln. Ziel ist es, erfolgreiche Versorgungsmodelle schneller in die Praxis zu bringen und möglichst vielen Patienten zugänglich zu machen.

Jetzt
,
oder
oder mit versenden.

Es gibt neue Nachrichten auf der Startseite