von ih 03.09.2026 18:36 Uhr

Südtirol: Weniger Jugendliche ohne Ausbildung und Job

Die Zahl der sogenannten NEET-Jugendlichen ist in Südtirol deutlich gesunken. 2025 lag ihr Anteil bei 5,6 Prozent – 2018 waren es noch 11 Prozent.

Symbolbild

In Südtirol sind immer weniger junge Menschen weder in Ausbildung noch berufstätig. Das geht aus den jüngsten Zahlen des Landesinstituts für Statistik (ASTAT) hervor. Demnach ist die NEET-Quote bei den 15- bis 29-Jährigen von acht Prozent im Jahr 2024 auf 5,6 Prozent im vergangenen Jahr zurückgegangen.

Als Gründe für die Entwicklung nennt Arbeitslandesrätin Magdalena Amhof neben dem demografischen Wandel auch verschiedene Maßnahmen in den Bereichen Bildung und Arbeitsmarkt. Dazu zählen unter anderem Angebote zur Berufsorientierung und Qualifizierung, Kinderbetreuung sowie Programme gegen Schulabbrüche.

Der Rückgang ist auch mit Blick auf den Arbeitsmarkt von Bedeutung. Angesichts des Fachkräftemangels und zahlreicher bevorstehender Pensionierungen sei es wichtig, junge Menschen nach ihrer Ausbildung möglichst nahtlos in Beschäftigung zu bringen, betont Amhof.

Unterschiedliche Gründe

Das Bild hinter der NEET-Quote ist allerdings vielfältig. Laut Stefan Luther, Direktor des Arbeitsmarktservice (AMS) Südtirol, handelt es sich keineswegs ausschließlich um Jugendliche, die Schwierigkeiten beim Einstieg ins Berufsleben haben.

Einen größeren Anteil machen demnach junge Frauen aus, die wegen der Mutterschaft vorübergehend weder arbeiten noch eine Ausbildung absolvieren. Bei den Frauen lag die NEET-Quote 2025 bei acht Prozent, nach 9,2 Prozent im Jahr zuvor. Andere Betroffene sind aktiv auf Arbeitssuche und werden vom AMS betreut.

Hinzu kommen Jugendliche, die sich bewusst eine Auszeit nehmen, beispielsweise für eine längere Reise. Diese finden laut AMS meist problemlos wieder in Ausbildung oder Beruf zurück. Nur ein kleinerer Teil gilt als besonders schwer erreichbar. Dazu zählen etwa Jugendliche mit negativen Erfahrungen in Ausbildung oder Beruf oder mit mehreren persönlichen Belastungen. Für sie können Sozialdienste, Streetworker oder Gesundheitsdienste eine wichtige Rolle spielen.

Im Vergleich steht Südtirol damit gut da: Während die NEET-Quote 2025 im restlichen Staatsgebiet bei 13,3 Prozent lag, betrug sie EU-weit elf Prozent.

Schwerpunkt auf Prävention

Um die Zahl weiter zu senken, setzt das Land vor allem auf Prävention. Eine wichtige Rolle spielen dabei Projekte des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+), die unter anderem Schulabbrüche verhindern und Jugendliche in Ausbildung halten sollen.

Allein über einen Aufruf im März 2025 wurden dafür 20 Millionen Euro bereitgestellt. Ähnliche Projekte haben laut Land bereits rund 33.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Südtirol erreicht.

Ziel sei es, jungen Menschen stabile Perspektiven für Ausbildung und Beschäftigung zu bieten, erklärt Amhof. Gerade Maßnahmen, die möglichst früh ansetzen und Jugendliche im Bildungssystem halten, sollen den späteren Einstieg in die Arbeitswelt erleichtern.

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