Drogenprozess in Vietnam endet mit elf Todesurteilen

Insgesamt mussten sich 227 Angeklagte vor Gericht verantworten, wie das Nachrichtenportal Tuoi Tre berichtete. Elf Angeklagte wurden zum Tode verurteilt, darunter der mutmaßliche Drahtzieher des Schmugglerrings, dem in Abwesenheit der Prozess gemacht wurde.
19 Angeklagte wurden zu lebenslanger Haft verurteilt, die übrigen erhielten Haftstrafen zwischen 18 Monaten und 29 Jahren, unter anderem wegen Drogenhandels und der Nichtanzeige von Straftaten. Einige Strafen wurden zur Bewährung ausgesetzt.
Drogenlieferungen aus Frankreich per Flugzeug
Die vier Flugbegleiterinnen standen nicht vor Gericht. Den Ermittlungen zufolge hatten sie nicht gewusst, dass sie für eine Belohnung von umgerechnet mehr als 380 Euro Drogen transportierten. Der Drahtzieher hatte demnach mehrere Drogenlieferungen per Flugzeug von Frankreich nach Vietnam organisiert und das Rauschgift in Zahnpastatuben und Packungen mit Nahrungsergänzungsmitteln versteckt. Er warb zudem in Frankreich studierende oder lebende Vietnamesen an, die Drogen-Päckchen per Paketdienst nach Vietnam schickten.
Das kommunistische Vietnam geht mit großer Härte gegen Drogenkriminalität vor. 2024 hatte ein Gericht 27 Menschen wegen des Schmuggels von mehr als 620 Kilogramm Drogen wie Heroin, Ketamin und Methamphetamin aus dem Nachbarland Kambodscha zum Tode verteilt. Todesurteile werden Vietnam seit 2013 per Giftspritze und nicht mehr durch Erschießungskommandos vollstreckt.
apa






