von ih 03.09.2026 17:21 Uhr

Nackter Mann aus Eisack gerettet

In der Nacht auf Donnerstag ist es in Bozen zu einem dramatischen Rettungseinsatz gekommen. Die Ordnungshüter retteten einen nackten, schwer unterkühlten Mann aus den reißenden Fluten des Eisacks. Ein Polizist verletzte sich bei der Aktion.

Symbolfoto: wikimedia.org/ Skafa~commonswiki(cc

Plötzlich hörten sie Rufe

Es war kurz nach Mitternacht gegen 00:05 Uhr, als eine Streife der Ordnungskräfte auf der Rombrücke in Bozen unterwegs war. Außerdienstliche Kollegen stoppten das Fahrzeug: Sie hatten Hilferufe gehört, die aus der Dunkelheit des Eisacks drangen. Umgehend forderten die Beamten Verstärkung an. Weitere Einsatzkräfte der Ordnungskräfte trafen kurz darauf an der Brücke ein.

Um die Quelle der Rufe zu lokalisieren, gingen die Ordnungshüter die Wiesen entlang des Flusses ab – von der Rombrücke in Richtung Palermo-Brücke. Nach etwa 200 Metern wurden die Schreie immer deutlicher. Beim Blick hinab zum Flussbett entdeckten die Polizisten mitten im reißenden Wasser die Gestalt eines Mannes, der sich verzweifelt an Steinen festzuklammern versuchte.

Einsatz unter Lebensgefahr

Da der Mann sichtlich entkräftet war und abzurutschen drohte, konnten die Beamten der Ordnungskräfte nicht auf das Eintreffen der alarmierten Berufsfeuerwehr warten. Sie handelten sofort: Über eine seichtere Stelle stiegen sie selbst in den Fluss und kämpften sich durch das kalte Wasser zu dem Verunglückten vor.

Den Beamten gelang es, den Mann von dem Felsen zu ziehen und auf eine kleine Kiesinsel im Fluss in Sicherheit zu bringen. Erst dort wurde das ganze Ausmaß der Notlage sichtbar: Der Mann war komplett nackt, völlig unterkühlt und stark verwirrt. Sein Körper wies zahlreiche Schnittwunden und Hämatome auf. Die Verletzungen stammten mutmaßlich von den scharfen Steinen im Flussbett, gegen die er von der starken Strömung geschleudert worden war.

Kurz darauf traf die Berufsfeuerwehr am Einsatzort ein. Gemeinsam mit den Rettungskräften trugen die Ordnungshüter den Verletzten ans Ufer auf der Seite der Rombrücke. Dort übernahm der Notarzt die Erstversorgung. Aufgrund der schweren Unterkühlung wurde der Mann umgehend in das Bozner Landeskrankenhaus eingewiesen.

Der mutige Einsatz forderte auch unter den Rettern einen Tribut: Einer der Beamten vertrat sich im steinigen Flussbett den Knöchel. Er musste ebenfalls im Krankenhaus behandelt werden und fällt mit einer Knöchelverstauchung voraussichtlich vier Tage aus.

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