von ih 01.09.2026 18:23 Uhr

„Nein und nochmals Nein!“ – Kritik an neuem Urzì-Wunschwahlkreis

Die Süd-Tiroler Freiheit stellt sich klar gegen die geplante Neuordnung des Senatswahlkreises Bozen-Unterland. Die Vereinbarung der italienischen Rechtsparteien sei kein Kompromiss, sondern ein Schritt, der vor allem der italienischen Rechten zugutekomme, kritisiert Sven Knoll.

Foto: Süd-Tiroler Freiheit

Einteilung spielt italienischen Rechten in die Hände

Geplant ist, den bisherigen Wahlkreis Bozen-Unterland aufzuteilen. Bozen, Leifers, Branzoll und Pfatten sollen künftig einen eigenen Wahlkreis bilden. Die mehrheitlich deutschen Gemeinden des Unterlands und des Überetschs würden anderen Wahlkreisen zugeschlagen.

Für Sven Knoll steckt dahinter ein klares politisches Kalkül. Bisher hätten autonomiefreundliche Kandidaten gute Chancen gehabt, weil sie neben gemäßigten italienischen Wählern auch Stimmen aus der deutschen Bevölkerung erhalten konnten.

Durch die neue Einteilung würden diese Stimmen im Wahlkreis Bozen, Leifers, Branzoll und Pfatten deutlich weniger Gewicht haben. Das spiele nach Ansicht der Süd-Tiroler Freiheit einem Kandidaten der italienischen Rechtsparteien in die Hände.

SVP lasse sich über den Tisch ziehen

„Nein und nochmals Nein zu einem Urzì-Wunschwahlkreis“, lautet daher Knolls Forderung. Er sieht in der geplanten Einteilung eine ethnische Trennung des bisherigen Wahlkreises und warnt vor einer dauerhaften Verschiebung der politischen Kräfteverhältnisse.

Auch die Südtiroler Volkspartei nimmt Knoll ins Visier. Sie dürfe sich von ihren italienischen Partnern nicht „über den Tisch ziehen lassen“, fordert er. Sollte die SVP der Neuordnung zustimmen, müsse man sich fragen, wer innerhalb der Partei tatsächlich die Richtung vorgebe.

Sven Knoll weist zudem darauf hin, dass die Neuordnung keinen zusätzlichen Senatssitz für Südtirol bringen würde. Die Vergrößerung anderer mehrheitlich deutscher Wahlkreise ändere nichts an der Zahl der Mandate. Gleichzeitig könnte ein bisher autonomiefreundlicher Sitz verloren gehen und künftig an die italienische Rechte fallen.

Wählern wird Möglichkeit genommen

Besonders die deutschen Wähler im neuen Wahlkreis Bozen-Leifers-Branzoll-Pfatten würden dadurch politisch an Einfluss verlieren, argumentiert die Süd-Tiroler Freiheit.

Den Unterlandlern und Überetschern werde außerdem die Möglichkeit genommen, einen eigenen Kandidaten für den Senat ins Rennen zu schicken.

Jetzt
,
oder
oder mit versenden.

Es gibt neue Nachrichten auf der Startseite