Tirol baut Schutzangebot aus: Mehr Plätze für Frauen und Kinder

Frauen, die körperliche, psychische oder sexualisierte Gewalt erleben, sollen möglichst rasch einen sicheren Ort und professionelle Unterstützung erhalten. Dafür gibt es in Tirol vier Frauenhäuser sowie weitere Übergangs- und Frauennotwohnungen.
Das Angebot wurde in den vergangenen Jahren schrittweise erweitert. Erst heuer kamen beim Verein „Frauen helfen Frauen“ in Innsbruck elf zusätzliche Plätze für Frauen und zehn Plätze für Kinder dazu.
Insgesamt gibt es damit tirolweit 86 Plätze für Frauen und 116 Plätze für Kinder. Das Land Tirol unterstützt Frauenschutzeinrichtungen und Frauenberatungsstellen mit rund 2,45 Millionen Euro pro Jahr.
Frauenlandesrätin Eva Pawlata betont die Bedeutung eines möglichst flächendeckenden Angebots. Frauenhäuser würden in akuten Krisensituationen schnellen Schutz bieten. Übergangswohnungen sollen hingegen dabei helfen, wieder Stabilität zu gewinnen und den Weg in ein selbstbestimmtes und gewaltfreies Leben zu beginnen.
Neben den Einrichtungen im Raum Innsbruck gibt es seit 2023 jeweils ein weiteres Frauenhaus im Oberland und im Unterland.
Die vier Frauenhäuser werden vom Frauenhaus Tirol, dem Verein „Frauen helfen Frauen“ und „lilawohnt“ betrieben. Zusammen verfügen sie derzeit über 33 Plätze für Frauen und 35 Plätze für Kinder.
Weitere Plätze in Übergangswohnungen
Zusätzlich stehen in Tirol 53 Plätze für Frauen und 81 Plätze für Kinder in Übergangs- und Frauennotwohnungen zur Verfügung.
Die Einrichtungen bieten dabei nicht nur eine sichere Unterkunft. Ein wesentlicher Bestandteil ist auch die professionelle Beratung und Begleitung.
Die Kontaktaufnahme kann durch die betroffenen Frauen selbst erfolgen. Möglich ist sie auch über Angehörige und andere Personen aus dem persönlichen Umfeld sowie über Kooperationspartner wie Polizei, Kinder- und Jugendhilfe, Gewaltschutzzentrum oder Kliniken.
Hilfe rund um die Uhr
Bei unmittelbarer Gefahr kann die Polizei unter der Notrufnummer 133 verständigt werden. Gehörlose Menschen und Personen mit Hörbehinderung können die Polizei per SMS unter 0800 133 133 erreichen.
Rund um die Uhr erreichbar sind außerdem die Frauenhelpline unter 0800 222 555 sowie die Männerinfo unter 0800 400 777.
Das Frauenhaus Tirol im Großraum Innsbruck ist unter 0512 342 112 ebenfalls durchgehend telefonisch erreichbar.
Eine Übersicht über die Hilfs- und Unterstützungsangebote für von Gewalt betroffene Personen bietet das Land unter www.gewaltfrei-tirol.at.
So verteilen sich die Schutzplätze
- Tiroler Frauenhaus: 20 Plätze für Frauen und 22 Plätze für Kinder an den zwei Standorten im Raum Innsbruck und im Oberland. Dazu kommen 17 Plätze für Frauen und 24 Plätze für Kinder in Übergangswohnungen.
- Frauenhaus des Vereins „Frauen helfen Frauen“: 8 Plätze für Frauen und 8 Plätze für Kinder sowie 19 Plätze für Frauen und 29 Plätze für Kinder in Übergangswohnungen.
- Frauenhaus Unterland des Vereins „lilawohnt“: 5 Plätze für Frauen und 5 Plätze für Kinder sowie 4 Plätze für Frauen und 4 Plätze für Kinder in Übergangswohnungen.
- Übergangswohnungen Frauenzentrum Osttirol: 3 Plätze für Frauen und 4 Plätze für Kinder.
- EVITA: 5 Plätze für Frauen und 10 Plätze für Kinder in Übergangswohnungen.
- Verein BASIS Frauenservice und Familienberatung Außerfern: 1 Platz für Frauen und 2 Plätze für Kinder in einer Übergangswohnung.
- Frauen- und Mädchenberatungsstelle Bezirk Kitzbühel: 4 Plätze für Frauen und 8 Plätze für Kinder in Übergangswohnungen.






