Brixen: Zahl der Bewerbungen für Pädagogik-Studium steigt deutlich

Nach mehreren Jahren mit stagnierenden Zahlen zeichnet sich beim Studiengang an der Fakultät für Bildungswissenschaften in Brixen erstmals wieder ein deutlicher Aufwärtstrend ab.
Insgesamt gingen für das kommende Studienjahr 291 Bewerbungen ein. In der deutschen Abteilung ist die Zahl im Vergleich zum vergangenen Studienjahr sogar um rund 35 Prozent gestiegen.
Landesrat Philipp Achammer, der für die Universität zuständig ist, wertet die Entwicklung als positives Signal. Die pädagogische Arbeit im Kindergarten und in der Grundschule sei für junge Menschen attraktiv, gleichzeitig bestehe ein großes Interesse an einer entsprechenden Ausbildung.
Gerade angesichts des Bedarfs an qualifizierten Fachkräften sei diese Entwicklung von besonderer Bedeutung, so Achammer.
Studium wird praxisnäher
Der fünfjährige Masterstudiengang bereitet auf zwei wichtige Bereiche vor: Die Absolventen können pädagogische Fachkräfte für den Kindergarten oder Lehrpersonen für die Grundschule werden.
Für das Studienjahr 2026/27 wurde die Ausbildung gemeinsam mit den drei Bildungsdirektionen umfassend überarbeitet.
Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt dabei auf mehr Praxis während des Studiums. Vorgesehen sind kontinuierliche Praktika sowie eine engere Zusammenarbeit mit Kindergärten und Schulen. Gleichzeitig wurden die Lernformate flexibler gestaltet.
Rektor Alex Weissensteiner sieht darin einen wichtigen Grund für die gestiegenen Bewerbungszahlen. Die Neuausrichtung habe das Studium stärker an den Bedürfnissen der Studierenden und an den Anforderungen des Berufs ausgerichtet.
Ziel sei es zugleich, mehr qualifizierte Pädagogen für Südtirol auszubilden.
Inklusion, MINT und Künstliche Intelligenz
Auch inhaltlich wurde der Studiengang weiterentwickelt. Zu den Schwerpunkten gehören künftig unter anderem Inklusion, Mehrsprachigkeit und Nachhaltigkeit.
Darüber hinaus nimmt die MINT-Bildung einen wichtigen Platz ein. Dazu zählen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Auch der bewusste Umgang mit digitalen Medien und Künstlicher Intelligenz wird in der Ausbildung berücksichtigt.
„Ein wichtiger Anfang“
Für Achammer sind die gestiegenen Bewerbungszahlen zunächst ein wichtiger Schritt. Nun müsse es darum gehen, die Studierenden während ihres Studiums bestmöglich zu begleiten und gute Voraussetzungen für den späteren Berufseinstieg zu schaffen.
Das zunehmende Interesse soll langfristig auch den Kindergärten und Grundschulen zugutekommen und damit das gesamte Südtiroler Bildungssystem stärken.






