Ötztaler Ache: Wassersportverbot sorgt für Kritik

Über mehrere Wochen musste Abwasser ungefiltert in die Ötztaler Ache eingeleitet werden. Erst seit gut einer Woche ist wieder eine Grobreinigung möglich. Die Bezirkshauptmannschaft Imst hat aus diesem Grund ein Befahrungsverbot für einen Teil der Ötztaler Ache verhängt.
Für die Raftingunternehmen in der Region kommt die Sperre mitten in der Hochsaison. Bis Mitte September hätten noch rund 500 Gäste eine Raftingtour auf der Ötztaler Ache gebucht. Die Unternehmen müssen die Touren absagen. Die Wassersportler weichen nun auf den Inn, etwa in die Imster Schlucht oder nach Haiming aus.
In Sölden sorgt das Befahrungsverbot für Unverständnis. Ortschef Ernst Schöpf kann die Entscheidung nicht nachvollziehen, auch wenn er sie zur Kenntnis nimmt. Er berichtet, dass die Kläranlage in der Zwischenzeit wieder zum Teil funktioniert. Grobe Verschmutzungen werden ausgefiltert. Über die Anlage fließen täglich 4.000 bis 6.000 Kubikmeter Wasser. Die zusätzliche Wassermenge aus weiteren Zuflüssen verdünnt die Belastung in der Ötztaler Ache. Bis die mikrobiologische Reinigung der Kläranlage wieder zur Gänze funktioniert, kann es noch einige Wochen bis Monate dauern. Ferner müssen dafür noch Ersatzteile geliefert werden.
Andreas Raffeiner






