„Entscheidend ist, dass das Unterland zusammenbleibt“

Nach Ansicht der Freiheitlichen zeigen die aktuellen Beratungen, dass verschiedene politische Kräfte nach Möglichkeiten suchen, das Unterland als geschlossene Einheit zu erhalten. Der Bezirk sei historisch, gesellschaftlich und wirtschaftlich eng miteinander verbunden.
„Es ist erfreulich, dass nun alle Möglichkeiten ausgelotet werden, um das Unterland als Ganzes zu erhalten. Genau darum muss es in dieser entscheidenden Phase gehen“, erklärt Landesparteiobmann Roland Stauder.
„Wahlkreis an der Etsch“ als Plan B
Die Freiheitlichen hatten zuletzt einen konkreten Alternativvorschlag präsentiert. Sollte der bisherige Senatswahlkreis Bozen-Unterland nicht in seiner bestehenden Form erhalten bleiben können, soll das Unterland keinesfalls geteilt werden.
Stattdessen schlagen die Freiheitlichen vor, das gesamte Unterland gemeinsam mit dem Burggrafenamt und dem Vinschgau zu einem „Wahlkreis an der Etsch“ zusammenzufassen.
Dass dieser Vorschlag mittlerweile auch über die Parteigrenzen hinweg diskutiert und als mögliche Alternative zur Teilung des Unterlandes betrachtet wird, begrüßen die Freiheitlichen ausdrücklich.
„Jetzt gilt es, nach vorne zu schauen. Die Menschen erwarten zu Recht, dass die Politik nicht in parteipolitischen Grabenkämpfen verharrt, sondern Lösungen findet“, so Stauder.
Für die Freiheitlichen steht dabei ein Grundsatz im Mittelpunkt: „Das Unterland muss zusammenbleiben.“
Kritik an Karl Zeller
Weniger Zustimmung gibt es hingegen für die Haltung des ehemaligen Abgeordneten Karl Zeller. Die Freiheitlichen zeigen sich verwundert über dessen Ablehnung eines möglichen „Wahlkreises an der Etsch“.
Zeller hatte argumentiert, dass eine Abtrennung des Unterlandes vom Wahlkreis Bozen die Wahl eines autonomiefreundlichen italienischen Kandidaten erschweren könnte.
Diese Einschätzung teilen die Freiheitlichen nicht. In einem möglichen Wahlkreis Bozen/Leifers komme es ihrer Ansicht nach entscheidend auf die Wähler an. Das Verhältnis zwischen den politischen Lagern auf italienischer Seite sei einigermaßen ausgeglichen. Dadurch könnten die deutschsprachigen Wähler weiterhin das entscheidende Zünglein an der Waage sein.
„Die Befürchtung, ein Wahlkreis Bozen/Leifers würde automatisch die Wahl eines autonomiefreundlichen italienischen Kandidaten erschweren, teilen wir deshalb nicht“, erklärt Stauder. Entscheidend sei vielmehr, dass Kandidaten auch über die eigene Sprachgruppe hinaus Vertrauen genießen und die Interessen Südtirols glaubwürdig vertreten.
Seitenhieb auf Boschi
Die Freiheitlichen verbinden die Diskussion zudem mit einer kritischen Rückschau auf die Parlamentswahl 2018. Unter maßgeblicher Mitwirkung Karl Zellers sei damals Maria Elena Boschi in Südtirol als Kandidatin aufgestellt worden.
Boschi stammte nicht aus Südtirol und hatte laut Freiheitlichen zuvor als Ministerin sogar die Abschaffung der Autonomien propagiert.
„Gerade dieses Beispiel zeigt, dass nicht ein politisches Etikett entscheidend sein darf, sondern die tatsächliche Haltung eines Kandidaten zu Südtirol und seiner Autonomie“, so die Freiheitlichen abschließend.






