von ih 21.08.2026 13:03 Uhr

„Genug der SVP-Ausreden“

Die Auseinandersetzung um die Wahlkreisreform sorgt im Südtiroler Landtag weiter für scharfe Töne. Die Süd-Tiroler Freiheit fordert von der SVP Konsequenzen und stellt zugleich die Landesregierung infrage.

Sven Knoll, Landtagsabgeordneter der Süd-Tiroler Freiheit

Urzí und das Südtiroler Unterland

Auslöser ist weiterhin ein Antrag des nationalistischen Abgeordneten Alessandro Urzì in der italienischen Abgeordnetenkammer, den die Süd-Tiroler Freiheit als Angriff auf die Interessen des Unterlandes und auf die Südtiroler Autonomie bezeichnet.

Nach Angaben der STF stimmte lediglich SVP-Abgeordneter Manfred Schullian gegen den Antrag, während die übrigen SVP-Vertreter geschwiegen hätten.

Kritik übt die Süd-Tiroler Freiheit auch an SVP-Geschäftsführer Martin Karl Pircher. Dessen Forderung nach einem vorsichtigen Vorgehen gegenüber Rom sei bezeichnend, heißt es. Pircher habe davor gewarnt, dass Südtirol bei einem härteren Kurs weitere Zugeständnisse verlieren könnte.

Kritik an SVP und Freiheitlichen

Der Landtagsabgeordnete Sven Knoll spricht von einem „Totalversagen“ der SVP-Führung. Besonders Landeshauptmann Arno Kompatscher habe sich bislang nicht ausreichend zu den Vorwürfen geäußert. „Ein ganzes Tal steigt seit Wochen auf die Barrikaden und kämpft um seine Rechte“, kritisiert Knoll und wirft dem Landeshauptmann Führungslosigkeit vor.

Auch die Freiheitliche Landesrätin Ulli Mair nimmt Knoll in die Pflicht. Von ihr sei bislang ebenfalls keine öffentliche Kritik an den Vorgängen zu hören gewesen. Als Mitglied der Landesregierung trage sie Verantwortung und könne die Koalitionsfrage stellen, so die Süd-Tiroler Freiheit.

Die STF fordert nun eine klare Reaktion der SVP. Sollten die Pläne von Urzì und dem ebenfalls beteiligten italienischen Politiker Bianchi nicht zurückgenommen werden, müsse die SVP die Zusammenarbeit mit ihren italienischen Koalitionspartnern beenden. Konkret fordert Knoll, die Fratelli d’Italia und Forza Italia aus der Landesregierung zu drängen.

Koalition vor dem Ende?

Für die Süd-Tiroler Freiheit steht damit nicht weniger als die Frage im Raum, wie lange die SVP ihre Koalition mit den italienischen Rechtsparteien noch aufrechterhalten will.

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