Landesrätin bewirbt sich bei Polizei – doch Regierungssitz soll bleiben

„Ich habe mich dafür beworben und war die einzige Interessentin. Die Entscheidung behängt derzeit in Wien“, sagte Mair, die seit 2022 der schwarz-roten Landesregierung angehört und zuvor Bezirkspolizeikommandantin von Kufstein war. Dort wurde sie für ihre politische Aufgabe freigestellt, schließlich gilt für ein Regierungsmitglied ein Berufsverbot. Eine ähnliche Lösung schwebt Mair offenbar angesichts ihrer möglichen neuen Aufgabe bei der Polizei vor. Denn was passiere, wenn sie zur stellvertretenden FGA-Chefin (fremden- und grenzpolizeilichen Abteilung, Anm.) bestellt werde? Vorerst nichts, wenn es nach der Landesrätin ginge. Dann werde sie – wie schon in Kufstein – ein Kollege bis zur Rückkehr in die Landespolizeidirektion vertreten.
„Ich bin nicht politikmüde, ganz im Gegenteil. Ich bin mit Leidenschaft dabei und liebe meine Aufgaben“, meinte Mair zur „TT“. Und weiter: „Ich habe den Großteil meines Berufslebens der Polizei gewidmet.“ Irgendwann werde sie zur Exekutive zurückkehren: „Daher muss ich mich rechtzeitig um meine Karriere kümmern.“ Die Materie bei der Fremdenpolizei sei komplex, das liege nicht jedem. „Ich habe ja schon dort gearbeitet und kenne den Bereich sehr gut“, sah sich die ÖVP-Politikerin bestens geeignet.
Mattle und ÖVP offenbar nicht begeistert , Rücktritt im Raum
Alles andere als Begeisterung lösten die Aussagen Mairs sowie deren Bewerbung offenbar in der Tiroler ÖVP und bei Landesparteiobmann Landeshauptmann Anton Mattle aus. Schadensbegrenzung war angesagt, berichtete die „TT“ online. Es sei möglich, dass Mattle bei Mair, die ohnehin schon seit längerem als Wackelkandidatin galt und deren erneute Kandidatur bei der Landtagswahl im Herbst 2027 als unwahrscheinlich galt, die Reißleine zieht. Denn eine Privilegien- und Postendebatte könne der Landeschef ein Jahr vor der Landtagswahl nicht gebrauchen. Laut APA-Informationen könnte Mair kurz vor dem Rücktritt stehen. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür aus der Tiroler ÖVP allerdings nicht.
apa






