von mmh 21.08.2026 10:16 Uhr

Murgang bei Trafoi: 30.000 Kubikmeter Geschiebe stauen Brücke zu

Am Fuß des Stilfserjochs kam es am Abend des 20. August zu einem Naturereignis: Im Pleisserbach – auch als Pleisshornbach bekannt – in Trafoi in der Gemeinde Stilfs ging kurz nach 17 Uhr ein massiver Murgang ab. Die Wildbachverbauung ist seither im Dauereinsatz.

Die Wildbachverbauung räumt nach dem Murgang im Pleisserbach und Eiswandfernerbach in Trafoi am 21. August auf, um den Bach wieder frei zu bekommen. (Foto: LPA/Amt für Wildbach- und Lawinenverbauung West in der Agentur für Bevölkerungsschutz)

Peter Egger, Direktor des Amtes für Wildbach- und Lawinenverbauung West und stellvertretender Direktor des Funktionsbereichs Wildbachverbauung, schildert das Ausmaß des Ereignisses: „Nach dem großen Murstoß wurde der Eiswandfernerbach aufgestaut und staute bis zur Fußgängerbrücke zurück, die zur Wallfahrtskirche zu den Heiligen drei Brunnen führt.“ Zwischen 20.000 und 30.000 Kubikmeter Geschiebematerial waren dabei in Bewegung. Noch am selben Tag rückten Amtsdirektor Egger gemeinsam mit Techniker Julius Staffler und Vorarbeiter Florian Hofer vor Ort aus.

Von knapp frei zu fast vollständig verklaust

Während die Brücke am 20. August noch knapp passierbar blieb, änderte sich die Lage binnen eines Tages dramatisch: Am 21. August war der Durchfluss bereits fast vollständig verklaust. Die Wildbachverbauung reagierte umgehend und begann mit Unterstützung von zwei Baggern die Räumungsarbeiten. Ganz abgeschlossen werden kann die Aktion allerdings noch nicht – wie Egger erklärt, ist das Material derzeit noch zu nass. Erst wenn es ausreichend abgetrocknet ist, lässt sich die vollständige Räumung durchführen.

Bereits zweites Ereignis binnen weniger Wochen

Der aktuelle Murgang ist kein Einzelfall: Bereits am 1. August war es im Pleisserbach zu einer ähnlichen Mure gekommen. Für diese Häufung gibt es eine klare Erklärung, so Amtsdirektor Egger: Die Moränenfelder unterhalb des Ortlers geraten bei jedem stärkeren Regen in Bewegung und formen sich zu Murgängen. Verantwortlich dafür ist letztlich der Klimawandel – durch die Erwärmung taut der einst dauerhaft gefrorene Permafrost auf, wodurch der Untergrund zunehmend instabil wird.

Wallfahrtskirche blieb dank früherer Schutzmaßnahmen verschont

Eine gute Nachricht gibt es dennoch: Das Kirchlein zu den Heiligen drei Brunnen, ein Marienwallfahrtsort aus dem 15. Jahrhundert, überstand den Murgang unversehrt. Möglich machte dies unter anderem ein Ablenkdamm, den die Wildbachverbauung bereits in der Vergangenheit zum Schutz dieses besonderen Ortes errichtet hatte. Auch diesmal bewährte sich die Vorsorge und verhinderte größeren Sachschaden.

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