von mmh 21.08.2026 12:01 Uhr

Post-Zustellung nur noch jeden zweiten Tag? Gewerkschaft schlägt Alarm

Nur noch einen Tag pro Woche geöffnet, Postzustellung nur noch jeden zweiten Tag – dieses Szenario könnte schon bald für zahlreiche periphere Gebiete Südtirols Realität werden. Die Fachgewerkschaft GKW/SLC AGB/CGIL schlägt nach Ankündigungen aus Rom Alarm.

Bild: UT24/su

Hintergrund der Sorge ist eine auf nationaler Ebene beschlossene Neuklassifizierung der Postämter, die in Südtirol zahlreiche Standorte betreffen wird. Wie die Gewerkschaft der Postbediensteten erklärt, hat eine solche Herabstufung unmittelbare Folgen: Für ein herabgestuftes Amt der sogenannten Stufe C reicht künftig ein einziger Mitarbeiter aus. Damit öffnet sich zugleich die Tür für massive Einschränkungen bei den Öffnungszeiten – ein Amt dieser Kategorie könnte theoretisch nur noch an einem einzigen Tag in der Woche seine Türen öffnen. Nach Schätzungen der Gewerkschaft sind von dieser Entwicklung mehr als 100 Postämter betroffen.

Auch größere Gemeinden könnten betroffen sein

Die Befürchtungen der GKW/SLC gehen dabei über kleine Landgemeinden hinaus. Auch Ämter mittlerer Größe mit hohem Kundenaufkommen könnten von den Kürzungen erfasst werden – in manchen Fällen sogar in Gemeinden mit mehr als 10.000 Einwohnern.

Zustellung nur noch an jedem zweiten Tag?

Besonders brisant ist die Situation bei der Postzustellung selbst: Hier sieht die Gewerkschaft das konkrete Risiko, dass Briefe und Pakete künftig nur noch an alternierenden Tagen zugestellt werden – also einen Tag ja, einen Tag nein. Ein Blick über die Landesgrenze zeigt, dass dieses Szenario keine bloße Theorie ist: In Welschtirol, wo keine entsprechende Vereinbarung mit der Provinz besteht, ist genau dieses Modell bereits Realität.

Gewerkschaft fordert Klarheit und Garantien

Angesichts dieser Entwicklungen fordert die GKW/SLC von der Politik umgehend Klarheit über die geplanten Neuklassifizierungen. Gleichzeitig verlangt die Gewerkschaft konkrete Garantien zum Schutz des öffentlichen Dienstes, der bestehenden Personalstände sowie der Arbeitnehmerrechte.

Sorge auch um den Zweisprachigkeitsnachweis

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Sprachkompetenz des Personals: Die Gewerkschaft erinnert an die Entwicklungen im Gesundheitswesen und befürchtet eine ähnliche Problematik nun auch bei Poste Italiane. Nach aktuellen Schätzungen verfügen derzeit nur rund 50 Prozent der Beschäftigten über einen lokal ausgestellten Zweisprachigkeitsnachweis.

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