von mmh 04.08.2026 18:22 Uhr

2043 statt 2032? Neuer Streit um das Milliardenprojekt Brenner

Die FPÖ übt scharfe Kritik an der aktuellen Entwicklung rund um den Brenner-Nordzulauf. Der Bericht zum deutschen Zulauf des Brenner-Basistunnels zeige laut dem stellvertretenden FPÖ-Verkehrssprecher Gerhard Deimek und dem FPÖ-Südtirolsprecher Christofer Ranzmaier die Probleme der bisherigen Transitpolitik auf.

Foto: LPA/Ivo Corrà.

Der Brenner-Basistunnel soll nach derzeitiger Planung im Jahr 2032 in Betrieb gehen. Der voll leistungsfähige deutsche Zulauf werde hingegen erst für 2043 erwartet. Eine gesicherte Finanzierung gebe es laut FPÖ weiterhin nicht.

FPÖ fordert verbindlichen Fahrplan

„Deutschland will offenbar erst nach der Eröffnung des Basistunnels mit dem eigentlichen Bau beginnen. Damit droht eine elfjährige Kapazitätslücke“, erklärt Deimek. Ein Bericht an den Bundestag sei jedoch noch kein Baubeschluss und auch keine gesicherte Finanzierung.

Österreich und Italien hätten bereits Milliarden in die Infrastruktur investiert. Nun müsse die deutsche Bundesregierung gemeinsam mit Italien einen verbindlichen Bau- und Finanzierungsfahrplan vorlegen und das Thema auf EU-Ebene behandeln, fordert Deimek.

„Deutschland kann nicht erst 2043 liefern und erwarten, dass alle anderen die Folgen tragen“, so der FPÖ-Abgeordnete.

Kritik an Landeshauptmann Mattle

Ranzmaier sieht durch den Bericht auch die Politik von Tirols Landeshauptmann Anton Mattle infrage gestellt. Der einstimmige Beschluss des Tiroler Landtages gegen eine Verzögerung des österreichischen Zulaufs sei zwar richtig gewesen, stelle aber keinen persönlichen Erfolg Mattles dar.

Der Bericht der Deutschen Bahn sei bereits im August 2025 an das deutsche Verkehrsministerium übermittelt worden. Als Mattle im Mai 2026 Kritik an Wien geübt habe, sei das Dokument laut Ranzmaier bereits in Berlin vorgelegen.

„Er hat damit weder Deutschland beschleunigt noch einen einzigen Euro Finanzierung gesichert“, kritisiert der FPÖ-Südtirolsprecher. Statt Druck auf CDU und CSU auszuüben, habe Mattle einen innerösterreichischen Konflikt ausgetragen.

„Viel Lärm, aber keine Ergebnisse“

Ranzmaier wirft dem Tiroler Landeshauptmann zudem eine widersprüchliche Linie vor. Einerseits habe Mattle davor gewarnt, Deutschland durch österreichische Verzögerungsdebatten ein Argument zu liefern, andererseits habe er selbst eine solche Debatte öffentlich geführt.

„Richtung Wien wurde gebrüllt, Richtung Berlin und München blieb es auffällig still“, sagt Ranzmaier.

Abschließend fordert er statt politischer Inszenierungen konkrete Ergebnisse. Die Bilanz Mattles sei aus Sicht der FPÖ klar: viel öffentliche Kritik in Innsbruck, aber keine gesicherte Finanzierung in Berlin und ein deutscher Zulauf möglicherweise erst im Jahr 2043.

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