von ih 29.07.2026 10:43 Uhr

Marienstatuen geschändet und Wallfahrtsort verwüstet

Ein schwerer Vandalenakt erschüttert den weltbekannten Marienwallfahrtsort Medjugorje in Bosnien und Herzegowina. In der Nacht auf Montag wurden mehrere Marienstatuen mit schwarzer Farbe beschmiert, beleidigende Botschaften hinterlassen und am Außenaltar der St.-Jakobus-Kirche Feuer gelegt. Wenig später nahm die Polizei einen 31-jährigen polnischen Staatsbürger fest. Er steht im Verdacht, für die Taten verantwortlich zu sein. Die Ermittlungen laufen, für den Mann gilt die Unschuldsvermutung.

Foto: La Luce di Maria/Facebook

Was alles geschändet wurde

Die Täter richteten ihre Verwüstungen an mehreren der bekanntesten Gebetsstätten Medjugorjes an. Betroffen waren unter anderem die Marienstatue auf dem Erscheinungsberg Podbrdo sowie die Statue an der sogenannten Blauen Kreuzstätte. Beide wurden mit schwarzer Farbe beschmiert. Zudem hinterließen die Täter englischsprachige Schmähbotschaften gegen die Gottesmutter Maria. Am Außenaltar der St.-Jakobus-Kirche wurde außerdem ein Feuer gelegt, wodurch Schäden entstanden.

Medjugorje zählt zu den bedeutendsten katholischen Wallfahrtsorten der Welt. Seit den angeblichen Marienerscheinungen im Jahr 1981 reisen jedes Jahr Hunderttausende Pilger aus aller Welt in den kleinen Ort, um zu beten und Gottesdienste zu besuchen. Entsprechend groß ist die Bestürzung über die Schändung der religiösen Stätten.

Der festgenommene 31-Jährige wurde im Ort Černo bei Ljubuški aufgegriffen und befindet sich in Polizeigewahrsam. Offiziell bestätigten die Behörden bislang lediglich Alter und Nationalität des Verdächtigen. Bosnische Medien berichten zwar übereinstimmend über dessen Identität, eine offizielle Bestätigung steht jedoch noch aus.

Vom Pilger zum Täter

Besonders überraschend ist der Fall, weil der Mann vor einigen Jahren selbst als gläubiger Pilger bekannt geworden sein soll. Im Jahr 2017 war er nach eigenen Angaben rund 1.300 Kilometer zu Fuß von Warschau nach Medjugorje gepilgert.

Seine Reise dokumentierte er in den sozialen Medien, veröffentlichte später ein Buch darüber und berichtete bei zahlreichen Veranstaltungen von seiner Rückkehr zum Glauben. Warum er nun ausgerechnet an jenem Ort, den er einst als Wendepunkt seines Lebens bezeichnet haben soll, religiöse Stätten beschädigt haben könnte, ist bislang völlig unklar. Die Polizei machte dazu bisher keine Angaben.

Pfarrei beginnt unverzüglich mit Reinigung

Die Pfarrei Medjugorje reagierte mit großer Trauer auf die Vorfälle. In einer Stellungnahme erklärte sie, dass unmittelbar nach der Tat mit den Reinigungs- und Reparaturarbeiten begonnen worden sei, damit alle Gebetsstätten möglichst schnell wieder für die Gläubigen bereitstehen. Das Heiligtum bleibe geöffnet, das tägliche Gebetsprogramm finde wie gewohnt statt.

Gleichzeitig rief die Pfarrei die Gläubigen dazu auf, auf den Vandalismus nicht mit Hass oder Vergeltung zu reagieren. Stattdessen solle man dem Aufruf der Gottesmutter folgen und mit Gebet, Fasten und Vergebung antworten. Man bete für die Umkehr der Täter sowie für Frieden in den Herzen aller Menschen. Medjugorje solle auch weiterhin ein Ort des Friedens, des Gebets und der Hoffnung bleiben.

Die Ermittlungen der Polizei dauern an. Dabei soll geklärt werden, ob der festgenommene 31-Jährige tatsächlich für sämtliche Beschädigungen verantwortlich ist und welches Motiv hinter den Taten steckt.

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