von mmh 28.07.2026 16:26 Uhr

Ein Stück Tirol in Brasilien: Traditionsschule bittet um Spenden

Die traditionsreiche Deutschschule im brasilianischen Dreizehnlinden (Treze Tílias) benötigt Unterstützung. Für den Erhalt des Schul- und Kulturzentrums „Dona Leopoldina“ sind dringend Sanierungsarbeiten an der Dachkonstruktion sowie die Erneuerung des in die Jahre gekommenen Zauns notwendig.

(Symbolbild: APA)

Die Kosten für Material und Arbeitsleistungen belaufen sich auf rund 43.500 Reais (etwa 7.500 Euro). Viele Arbeiten werden ehrenamtlich durchgeführt, dennoch ist die Einrichtung auf finanzielle Hilfe angewiesen.

Seit 1969 im Einsatz für deutsche Sprache und Kultur

Das Kulturzentrum „Dona Leopoldina“ wurde 1969 vom Innsbrucker Kultur- und Sozialwissenschaftler Prof. Karl Ilg gegründet. Seither widmet sich die Einrichtung der Erhaltung der deutschen Sprache und der österreichischen Kultur in Dreizehnlinden.

Im selben Jahr wurde die „Prof. Karl Ilg Schule“ gegründet. Die Deutschschule verfügt über zwei Unterrichtsräume sowie eine Bibliothek mit deutschsprachigen Büchern und bietet Sprachkurse für verschiedene Altersgruppen an.

Derzeit besuchen rund 40 Schüler die Einrichtung. Viele von ihnen sind Nachkommen österreichischer Einwanderer und möchten ihre Deutschkenntnisse vertiefen, unter anderem auch mit Blick auf mögliche Aufenthalte in Österreich.

Austausch zwischen Brasilien und Tirol

Seit 2020 besteht eine Partnerschaft zwischen der Deutschschule des Kulturzentrums und der Gemeinde Wildschönau in Tirol. Im Rahmen des Austauschs erhalten Schüler nach erfolgreichem Abschluss des Deutschkurses die Möglichkeit, zwei Wochen bei einer Gastfamilie in Tirol zu verbringen und die Sprache sowie die Kultur vor Ort kennenzulernen.

Auch Jugendliche aus Tirol können im Gegenzug das „Brasilianische Tirol“ erleben. Bereits mehrere Teilnehmer haben an diesem kulturellen Austausch teilgenommen.

Ehrenamtliche Arbeit sichert den Betrieb

Die kulturellen Aktivitäten des Zentrums werden vollständig ehrenamtlich von Mitgliedern und Unterstützern getragen. Die Deutschschule erhält keine öffentlichen Fördermittel. Die Einnahmen aus Kursgebühren werden ausschließlich für den Unterricht verwendet.

Mit den geplanten Sanierungen soll der Standort langfristig erhalten bleiben. Die Verantwortlichen hoffen auf Unterstützung durch Spenden, um die deutsche Sprache und das kulturelle Erbe der österreichischen Einwanderer auch für kommende Generationen bewahren zu können.

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