von lif 27.07.2026 14:52 Uhr

Teure Energie belastet Südtirols Handwerk

Steigende Kraftstoff-, Strom- und Gaspreise machen den heimischen Handwerksbetrieben zu schaffen. Der Wirtschaftsverband lvh fordert von der Politik verlässliche Rahmenbedingungen.

Bild: APA

Wie der lvh mitteilt, wirken sich die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten erneut auf die internationalen Energiemärkte aus. Der wachsende Kostendruck belaste besonders das Handwerk. Für viele Betriebe in Südtirol seien bezahlbare Energie und verlässliche Rahmenbedingungen zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor geworden. Eine aktuelle Analyse des italienischen Handwerksverbandes „Confartigianato“ zeige, dass die Unsicherheiten auf den internationalen Märkten unmittelbar auf die Energiepreise durchschlagen. Steigende Transportkosten und schwankende Energiepreise erschwerten den Unternehmen eine verlässliche Planung. Besonders betroffen seien kleine und mittlere Betriebe, die höhere Ausgaben oft nicht vollständig an ihre Kundschaft weitergeben könnten.

Die Handwerksbetriebe brauchten Planungssicherheit, erklärt lvh-Präsident Martin Haller. Wenn Energie- und Kraftstoffpreise innerhalb kurzer Zeit stark anstiegen, gerieten Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit unter Druck. Das Handwerk sei das Rückgrat der lokalen Wirtschaft, so Haller. Damit die Betriebe auch künftig erfolgreich wirtschaften und Arbeitsplätze sichern könnten, brauche es eine Energiepolitik, die Versorgungssicherheit und leistbare Preise gewährleiste.

Betroffen sind laut lvh zahlreiche Gewerke von Transport und Logistik über das Bau- und Baunebengewerbe bis hin zu Produktionsbetrieben. Schwankende Energiepreise erschwerten zudem die langfristige Kalkulation und bremsten Investitionen in Innovation und Wachstum.

Ruf nach Ausbau erneuerbarer Energien

Aus Sicht des Verbandes braucht es politische Maßnahmen, die den Unternehmen langfristige Sicherheit geben. Dazu zählen eine zuverlässige Energieversorgung, wettbewerbsfähige Preise sowie der konsequente Ausbau erneuerbarer Energien. Wichtig sei auch die Förderung von Investitionen in Energieeffizienz. Die vergangenen Jahre hätten gezeigt, wie stark globale Krisen die Wirtschaft beeinflussen könnten, sagt lvh-Direktor Walter Pöhl. Gerade deshalb müsse die Widerstandsfähigkeit der Betriebe gestärkt werden. Investitionen in Photovoltaik, Energiespeicher oder energieeffiziente Technologien halfen, die Abhängigkeit von den internationalen Märkten zu verringern. Gleichzeitig müssten Fördermaßnahmen einfach zugänglich sein und bürokratische Hürden weiter abgebaut werden.

Das Handwerk spiele eine Schlüsselrolle bei der Energiewende, betont der lvh. Zahlreiche Betriebe entwickelten, produzierten und installierten Lösungen für mehr Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Damit sie diese Aufgabe erfüllen könnten, benötigten sie stabile wirtschaftliche Rahmenbedingungen.

Der Verband appelliert daher an die Politik, die Energiepolitik konsequent auf Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit auszurichten.

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