von lif 25.07.2026 14:24 Uhr

Südtirol: Die Schere zwischen Arm und Reich

Die Mehrheit der Südtiroler Arbeitnehmer nimmt die Unterschiede zwischen Arm und Reich als groß wahr. Als Hauptgrund nennen sie einen Faktor, der eigentlich im Land selbst korrigiert werden könnte.

Bild: APA/dpa

Das geht aus dem aktuellen AFI-Barometer für den Sommer 2026 hervor. Das Stimmungsbild wurde bereits vergangene Woche vorgestellt, die Fragen zum Themenblock wurden laut Institut aber erst in diesen Tagen ausgewertet.

Knapp acht von zehn Befragten schätzen die Kluft zwischen Arm und Reich in Südtirol als groß (64 Prozent) oder sehr groß (15 Prozent) ein. Nur rund zwei von zehn halten die Unterschiede für unerheblich. Diese Zahlen sprächen für eine stark wahrgenommene Ungleichverteilung, betont AFI-Direktor Stefan Perini. Relativiert würden sie allerdings durch den Umstand, dass die wahrgenommene Schere in der Vergangenheit noch stärker auseinanderging.

Lohnpolitik als Hauptursache

Als Hauptgrund für die Kluft nennen die Befragten eindeutig die ineffektive Lohnpolitik (31 Prozent), gefolgt von der lokalen und nationalen Wirtschaftspolitik (27 Prozent). An erster und zweiter Stelle stehen damit Faktoren, die von den Betroffenen nicht direkt beeinflusst werden können. Erst an dritter Stelle folgt mit „Einige arbeiten härter als andere“ (19 Prozent) ein Aspekt, der mit dem persönlichen Engagement zusammenhängt. Dahinter rangieren die Globalisierung (neun Prozent) und das Bildungssystem (acht Prozent).

Betrachte man die Ergebnisse im Zeitverlauf, falle auf, dass zunehmend die Lohnpolitik als Hauptgrund genannt werde, kommentiert Perini. Also ein Faktor, der tatsächlich auf lokaler Ebene korrigiert werden könnte. Schlusslicht bildet das Steuersystem mit sechs Prozent. Bemerkenswert: Vor zehn Jahren maßen diesem Aspekt noch 29 Prozent der Befragten die größte Bedeutung bei.

Was für den beruflichen Erfolg zählt

Gefragt wurde auch, was den beruflichen Aufstieg ermöglicht. Engagement und Fleiß landen mit einer Durchschnittsbewertung von 7,62 auf einer Skala von null bis zehn an erster Stelle. Nach Ansicht der Befragten reichen sie allein aber nicht aus. Als weitere wichtige Faktoren gelten eine gute Ausbildung (7,40) und „die richtigen Leute zu kennen“ (6,96). Diese drei Punkte bilden laut AFI die solide Grundlage für beruflichen Erfolg.

Die Zugehörigkeit zu einer wohlhabenden Familie (6,61) und Glück (6,49) werden ebenfalls als gute Voraussetzung gesehen, sind aber nachrangig.

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