Amhof will Senioren für Erntearbeit unbürokratisch einbinden

„Die Erntearbeit ist ein wichtiger, aber öffentlich nicht immer ausreichend wahrgenommener Teil des Südtiroler Arbeitsmarktes“, unterstreicht Arbeitslandesrätin Magdalena Amhof. „Die Entwicklungen in ganz Europa zeigen, dass Erntehelfer und -helferinnen immer schwerer zu gewinnen sind.“ Deshalb sei ein Umdenken gefragt: „Ergänzend zu technologischem Fortschritt in den Betrieben müssen wir versuchen, Arbeitskräftebedarf vermehrt lokal zu decken – etwa durch einfache, unbürokratische Beschäftigungsmodelle. Das könnte zum Beispiel für rüstige Seniorinnen und Senioren eine Anreiz sein, für ein paar Wochen mitzuarbeiten.“
Zahl der Erntehelfer stabil, Vertragstage steigen
Obwohl Anbauflächen und Erntemengen in den vergangenen 25 Jahren im Großen und Ganzen unverändert geblieben seien, nehme die Zahl der geleisteten Vertragstage stark zu. Seit etwa 2015 sei die Zahl der Erntehelfer weitgehend stabil. Das wachsende Arbeitsvolumen sei daher vor allem darauf zurückzuführen, dass die einzelnen Personen mehr Tage pro Saison arbeiten.
Zu Beginn der 2000er-Jahre hatten, laut Analyse der Arbeitsmarktbeobachtung, weniger als 5 Prozent der Erntehelfer mehr als einen Vertrag pro Saison. Inzwischen arbeite mehr als ein Fünftel während derselben Saison für mehrere Bauern. Gleichzeitig wurden auch die einzelnen Verträge länger: Bei Erntehelfern, die nur für einen Bauern arbeiten, stieg die durchschnittliche Vertragsdauer von rund 30 auf etwa 43 Tage.
„Die Zunahme der Vertragstage entsteht nicht mehr in erster Linie durch zusätzliche Erntehelfer“, erklärt Stefan Luther, der Direktor der Abteilung Arbeitsmarktservice. „Die Erntehelfer arbeiten länger und häufiger für mehrere Bauern. Damit wird diese Form der saisonalen Beschäftigung kontinuierlicher.“
Zwischen den Anbaugebieten bestünden erhebliche Unterschiede. Im Mittelvinschgau beschäftige beinahe die Hälfte der Bauern mindestens 10 eigens für die Ernte eingestellte Personen. In den Talgemeinden zwischen Meran und Salurn liege dieser Anteil unter 15 Prozent.
Beschäftigungskontinuität entscheidet über die Rückkehr
Rund 40 Prozent der Erntehelfer wiederholen in Südtirol diese Tätigkeit im darauffolgenden Jahr nicht. Ausschlaggebend für die Rückkehr ist, laut Arbeitsmarkt-News, vor allem die bisherige Beschäftigungskontinuität: Von den erstmals Beschäftigten kehren rund 30 Prozent in der folgenden Saison zurück. Bei Personen, die bereits in den fünf Vorjahren ohne Unterbrechung als Erntehelfer tätig waren, liegt die Rückkehrquote bei etwa 80 Prozent.






