von mmh 23.07.2026 15:19 Uhr

„Politisches Totalversagen“ bei Mobilfunkmast in Kaltern

Am Montag, den 20. Juli, trafen sich Bewohner der Wohnsiedlung Lavardi, Barleit und Kardatsch mit dem Kalterer Bürgermeister, um über den geplanten Standort eines Mobilfunkmastes in der Örtlichkeit Kardatsch zu sprechen. Landtagsabgeordneter Jürgen Wirth Anderlan schildert den Ausgang des Treffens als Enttäuschung und wirft die Frage nach den Profiteuren auf.

(Bild: Liste JWA)

Aufgrund der unmittelbaren Nähe des geplanten Mastes zu ihrer Wohnsiedlung hätten die Anwohner ihre Bedenken zum Ausdruck gebracht und die Einberufung eines Info-Abends angeregt, schildert Wirth Anderlan. Im Rahmen dieser Veranstaltung sollten unabhängige Experten die Bevölkerung über die Strahlenbelastung und die Auswirkungen von Mobilfunkanlagen informieren.

„Eine gute Mobilfunkversorgung ist selbstverständlich wichtig. Gleichzeitig stellt sich jedoch die Frage, weshalb ausgerechnet dieses Gebiet als Zone mit unzureichendem Empfang ausgewiesen wurde, obwohl die Bewohner nach eigenen Angaben bereits heute über einen ausgezeichneten Netzempfang verfügen“, erklärt der Landtagsabgeordnete Jürgen Wirth Anderlan.

Die Anwohner hätten den Bürgermeister zudem ersucht, einen alternativen Standort zu prüfen – möglichst in größerer Entfernung zur Wohnsiedlung, zum nahegelegenen Spielplatz und zum Wanderweg. Das Gespräch sei laut Wirth Anderlan von allen Beteiligten als konstruktiv und freundlich bezeichnet worden.

Bauarbeiten begannen bereits am Folgetag

Bereits einen Tag später, am Dienstag, 21. Juli, begannen laut Wirth Anderlan jedoch die Bauarbeiten. Besonders brisant sei laut dem Landtagsabgeordneten, dass selbst der Bürgermeister sich über diese Hauruckaktion überrascht gezeigt habe, obwohl die Gemeinde bereits am 15. Juli von der Betreiberfirma INWIT Spa per PEC-Mitteilung über den geplanten Baubeginn am 20. Juli informiert worden sei.

„Die Bürger erwarten Transparenz, Ehrlichkeit und einen offenen Dialog. Wenn Entscheidungen de facto bereits gefallen sind und dennoch der Eindruck von Verhandlungsbereitschaft vermittelt wird, ist das aus meiner Sicht ein politisches Totalversagen“, so Wirth Anderlan.

Verweis auf weitere umstrittene Fälle

Der Landtagsabgeordnete sieht darin einen weiteren Beleg für einen aus seiner Sicht problematischen Umgang mit sensiblen Themen. Er verweist auf die Diskussionen rund um die Speicherbecken sowie auf das Vorgehen beim Vorkaufsrecht des Klosters der Tertiarschwestern in Mitterdorf.

Wirth Anderlan: „Wer sind hier eigentlich die Profiteure?“

Aus Sicht von Wirth Anderlan profitiert zum einen die Betreiberfirma INWIT Spa selbst, die für die Umsetzung staatliche Fördergelder einstreiche, welche bis Ende des Jahres 2026 auslaufen. Mit dem Vorwand der Primärinfrastruktur seien hier sogar sämtliche bürokratischen Wege in der Gemeinde umgangen worden.

Zum anderen profitiere der Grundstücksbesitzer der G.P. 3365 in der Örtlichkeit Kardatsch: Er kassiere sofort einen fünfstelligen Betrag und in der Folge jährlich einen vierstelligen Betrag, laut Wirth Anderlan steuerfrei.

Die Verlierer seien hingegen die Anrainer der betroffenen Gebiete, welche um Aufklärung, Informationen und einen alternativen Standort gebeten hatten und nun vor vollendete Tatsachen gestellt würden, so Wirth Anderlan abschließend.

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