„Ein historischer Verrat am Minderheitenschutz“

Nach Ansicht Thalers sei die Aussage der Befürworter und juristischen Verteidiger der Reform, wonach der deutschen Sprachgruppe im Unterland durch die Neugestaltung kein Nachteil entstehe, irreführend. Während die bisherige Einteilung die Wahl eines italienischsprachigen Vertreters lediglich begünstigt habe, führe der neue Zuschnitt seiner Auffassung nach dazu, dass dieser Sitz faktisch dauerhaft der italienischen Rechten zufalle.
Als Grund nennt Werner Thaler die Ausgliederung deutschsprachig geprägter Gemeinden wie Eppan, Kaltern und Tramin aus dem bisherigen Wahlkreis. Dadurch werde der demokratische Wettbewerb eingeschränkt, da die deutschsprachigen Wähler im verbleibenden Wahlkreis Bozen/Unterland kaum noch eine realistische Möglichkeit hätten, die Wahl eines Vertreters mitzugestalten, der ihre Interessen vertrete.
Schutzmacht Österreich muss informiert werden
Die STF sieht in der Reform zudem eine schleichende Aushöhlung des Südtirol-Pakets und des verfassungsrechtlich verankerten Minderheitenschutzes. Laut Thaler dürfe dieser nicht zum Gegenstand parteipolitischer Vereinbarungen werden.
Die politische Bewegung fordert deshalb, die Republik Österreich als Schutzmacht Südtirols offiziell über die Entwicklung zu informieren. Wien müsse aus Sicht der STF rasch intervenieren, um eine aus ihrer Sicht dauerhafte Schwächung des Minderheitenschutzes zu verhindern.
Mit ihrer Stellungnahme richtet sich die Süd-Tiroler Freiheit auch gegen die Südtiroler Volkspartei (SVP), der sie Versäumnisse beim Schutz der Rechte der deutschen Sprachgruppe vorwirft.






