von ih 18.07.2026 16:48 Uhr

120 Jahre Vinschger Bahn: Ein Tal feiert seine Lebensader

Mit einem Festakt am Bahnhof Laas und zahlreichen Veranstaltungen entlang der gesamten Bahnstrecke hat der Vinschgau das 120-jährige Bestehen der Vinschger Bahn gefeiert. Die Bahn gilt heute als Rückgrat des öffentlichen Nahverkehrs im Westen Südtirols und als Erfolgsmodell nachhaltiger Mobilität.

Unmittelbar nach dem Festakt in Laas: Ex-Landesrat Richard Theiner (im Bild von links), der Landesrat für Infrastrukturen und Mobilität, Daniel Alfreider, Soziallandesrätin Rosmarie Pamer, die Laaser Bürgermeisterin Verena Tröger, Landeshauptmann Arno Kompatscher und der Generaldirektor der Südtiroler Transportstrukturen AG - STA, Joachim Dejaco. - Foto: LPA/Info Dejaco.

Am 2. Juli 1906 nahm die Vinschger Bahn mit der ersten Fahrt von Meran nach Mals ihren Betrieb auf. Rund 120 Jahre später würdigten zahlreiche Ehrengäste ihre wechselvolle Geschichte. Unter ihnen waren Landeshauptmann Arno Kompatscher, Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider, die Laaser Bürgermeisterin Verena Tröger, Alt-Landesrat Richard Theiner sowie der Laaser Historiker Wolfgang Platter.

In ihrer Begrüßung betonte Bürgermeisterin Verena Tröger die große Bedeutung der Bahn für die Bevölkerung des Vinschgaus. Die Menschen seien stolz auf „ihren“ Vinschgerzug und blickten mit Vorfreude auf den baldigen Abschluss der Elektrifizierung. Künftig soll die Bahn durchgehend bis Bozen verkehren, langfristig wird auch eine Anbindung nach Innsbruck als wünschenswert angesehen.

Landeshauptmann Arno Kompatscher erinnerte an die bewegte Geschichte der Bahnlinie. Nach anfänglichen Erfolgen sei sie durch den zunehmenden Individualverkehr in den Hintergrund gedrängt und schließlich stillgelegt worden. Erst durch das Engagement vieler Beteiligter sei die Strecke wiederbelebt worden. Mit der laufenden Elektrifizierung und einer möglichen Anbindung an die Schweiz werde die Erfolgsgeschichte nun konsequent fortgeschrieben.

Historiker Wolfgang Platter zeichnete die Entwicklung der Bahn von ihren Anfängen bis heute nach. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts hätten sich die Gemeinden des Vinschgaus gemeinsam für eine Bahnverbindung eingesetzt, um die wirtschaftliche Entwicklung des Tales voranzutreiben. Nach langen politischen Verhandlungen wurde die Strecke 1906 eröffnet. Bei den Feierlichkeiten war damals sogar Erzherzog Eugen als Vertreter Kaiser Franz Josephs I. anwesend.

Nach dem Ersten Weltkrieg übernahmen die italienischen Staatsbahnen den Betrieb. 1987 wurde die Strecke als sogenannter „dürrer Ast“ stillgelegt. Die Wende kam erst, nachdem das Land Südtirol die Bahn übernommen und umfassend saniert hatte. Seit der Wiedereröffnung im Jahr 2005 entwickelte sich die Vinschger Bahn zu einer Erfolgsgeschichte mit mittlerweile nahezu zwei Millionen Fahrgästen jährlich.

Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider bezeichnete die Bahn als Rückgrat einer modernen und nachhaltigen Mobilität. Ziel sei es, den gesamten Westen Südtirols noch besser zu vernetzen und den öffentlichen Verkehr weiter auszubauen.

Musikalisch umrahmt wurde der Festakt von der Laaser Gruppe Oberwind, während die Freiwillige Feuerwehr Laas die Besucher bewirtete.

Auch entlang der gesamten Bahnstrecke wurde das Jubiläum mit einem abwechslungsreichen Programm gefeiert. Das Eisenbahnmuseum in Rabland und der Erlebnisbahnhof Staben öffneten ihre Türen, am Bahnhof Meran konnten Interessierte den neuen Elektrozug Coradia Stream besichtigen.

In Schlanders präsentierte der Modelleisenbahnclub historische Fahrzeugmodelle der Vinschger Bahn, während in Mals ein Spieleprogramm für Familien und Kinder auf dem Programm stand.

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