Gerichtseinsturz: So geht es jetzt weiter

Ersatzstandort wird gesucht
Für die Südtiroler Landesregierung hat derzeit vor allem die Aufrechterhaltung des Gerichtsbetriebs oberste Priorität. In ihrer Sitzung am Freitag befasste sie sich mit der raschen Unterbringung der Mitarbeiter des Gerichts an einem Ersatzstandort. Gesucht wird eine Immobilie mit Büroräumen für 150 bis 200 Beschäftigte. Eine entsprechende Markterhebung wurde bereits am Donnerstagnachmittag über das Ausschreibungsportal des Landes veröffentlicht.
Auch für das Amt für Sprachgruppenzugehörigkeit, das sich ebenfalls im Gerichtsgebäude befindet, wird dringend ein neuer Standort benötigt. Das Amt gilt als unverzichtbar für zahlreiche Verwaltungsverfahren in Südtirol. Um laufende Wettbewerbe, Ausschreibungen und Verwaltungsabläufe sicherzustellen, hat Landeshauptmann Arno Kompatscher eine Dringlichkeitsmaßnahme erlassen.
Landesrat Bianchi vor Ort
Am Freitagvormittag verschaffte sich Hochbau- und Vermögenslandesrat Christian Bianchi (Fratelli d’Italia) gemeinsam mit Technikern und Feuerwehrleuten erneut einen Überblick über die Lage vor Ort.
„Nachdem die Angst der ersten Stunden überwunden ist, gehen die Arbeiten ununterbrochen weiter“, erklärte Bianchi. Ein Bagger setzt die Räumung der Trümmer fort, während gleichzeitig Maßnahmen zur Stabilisierung des Gebäudes umgesetzt werden. Besondere Aufmerksamkeit gilt den Deckenbereichen, um das darunterliegende Archiv zu schützen. Parallel dazu wird die Fassade gesichert.
Bereits am Wochenende soll die Berufsfeuerwehr mit der Abdeckung des beschädigten Gebäudes beginnen. Dafür wurden Geotextilplanen beschafft, die das Bauwerk vor Witterungseinflüssen schützen sollen. Unterdessen dauern die Untersuchungen zur Ursache des Einsturzes an. Wann das Gerichtsgebäude wieder genutzt werden kann, ist derzeit noch nicht absehbar.






