9.000 Menschen im Pustertal ohne Hausarzt

„Die Menschen wollen keine allgemeinen Aussagen hören. Sie wollen wissen: An wen kann ich mich morgen wenden, wenn ich ärztliche Hilfe benötige?“, so Rieder. Offen sei etwa, wer künftig Rezepte für chronisch Kranke ausstellt, wer Krankmeldungen schreibt und wohin sich Familien mit kranken Kindern wenden können. Der Sanitätsbetrieb hat zwar angekündigt, an Übergangslösungen zu arbeiten. Wie diese konkret aussehen sollen, bleibt aus Sicht Rieders aber offen. Betroffene würden auf Krankenhäuser oder Gemeinschaftshäuser verwiesen, was für sie aber keine Lösung ist: Ältere oder chronisch kranke Menschen dürften für ein Rezept keine weiten Strecken zurücklegen müssen.
Kritisch sieht sie zudem den Verweis auf die Notaufnahmen. Diese seien für echte Notfälle da und arbeiteten nach einem Triage-System. Wer dort wegen einer Grippe oder einer Verschreibung Hilfe suche, müsse mit langen Wartezeiten rechnen und binde Ressourcen, die anderswo gebraucht würden. Offen bleibe für die Bevölkerung vor allem der konkrete Ablauf: Gibt es eine eigene Anlaufstelle? Braucht es zusätzliches Personal? Sind die Mitarbeiter in den Krankenhäusern auf diese zusätzliche Aufgabe vorbereitet? Genau diese Informationen fehlten, so Rieder und genau deshalb herrsche große Verunsicherung.
Überraschend komme die Entwicklung ohnehin nicht: „Dass mehrere Hausärzte ihre Tätigkeit beenden würden, war seit Langem bekannt.“ Rieder fordert deshalb von Gesundheitslandesrat Hubert Messner eine sofortige und transparente Informationsoffensive. Zudem brauche es rasch umsetzbare Entlastungen, etwa bei Wiederholungsrezepten und bei der Ausstellung von Krankmeldungen.






