von ih 16.07.2026 10:33 Uhr

„Faschistenbau abreißen, Verantwortliche zur Rechenschaft ziehen“

Nach dem Einsturz eines erheblichen Teils des Bozner Justizpalastes (UT24 berichtete) fordert die Süd-Tiroler Freiheit weitreichende Konsequenzen. Die STF spricht von einem „unübersehbaren Alarmsignal“ und verlangt sowohl den vollständigen Abriss des Gebäudes als auch den Rücktritt des zuständigen Landesrates Christian Bianchi.

Sven Knoll würde den faschistischen Protzbau durch ein neues Gerichtsgebäude ersetzen lassen wollen.

Einsturz hätte tragisch ausgehen können

Nach Ansicht der Süd-Tiroler Freiheit hätte der Vorfall weitaus schwerwiegendere Folgen haben können.

Wäre der Einsturz während des laufenden Gerichtsbetriebs erfolgt, hätten zahlreiche Menschen verletzt oder sogar getötet werden können. Der schlechte Zustand des Gebäudes sei seit Jahren bekannt gewesen. Auch das Personal habe wiederholt auf den dringenden Sanierungsbedarf hingewiesen.

Besonders kritisch sieht die politische Bewegung die Verantwortung des Landes Südtirol, das seit Juni 2023 für die ordentliche und außerordentliche Instandhaltung des Justizpalastes zuständig ist. Es müsse nun geklärt werden, weshalb notwendige Maßnahmen nicht rechtzeitig umgesetzt worden seien.

Abriss und Rücktritt von Bianchi gefordert

Anstatt weitere Millionen in die Sanierung des historischen Gebäudes zu investieren, fordert die Süd-Tiroler Freiheit dessen vollständigen Abriss.

Der bestehende Justizpalast wird von der STF als faschistischer Monumentalbau bezeichnet, der durch ein modernes, funktionales, barrierefreies und sicheres Justizgebäude ersetzt werden sollte.

Darüber hinaus fordert die Süd-Tiroler Freiheit den Rücktritt des zuständigen Landesrates Christian Bianchi. Wer die politische Verantwortung für die Instandhaltung der öffentlichen Gebäude trage und bekannte Mängel nicht rechtzeitig behebe, müsse auch die Konsequenzen übernehmen, heißt es in der Stellungnahme. Durch die Versäumnisse seien Menschenleben gefährdet worden.

Landtagsanfrage eingebracht

Um die Hintergründe des Vorfalls aufzuklären, hat die Süd-Tiroler Freiheit bereits eine Landtagsanfrage eingebracht.

Darin soll unter anderem geklärt werden, welche Schäden und Warnungen der Landesregierung bekannt waren, welche Kontrollen und Instandhaltungsarbeiten seit 2023 durchgeführt wurden, wer für die Wiederherstellung des Gebäudes verantwortlich ist und mit welchen Kosten zu rechnen ist.

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