von ih 16.07.2026 11:45 Uhr

No-Name-Sonnencremes von Billigplattformen fallen durch

Sonnencremes von chinesischen Billig-Onlineplattformen wie Shein, Temu oder AliExpress weisen teils gravierende Sicherheitsmängel auf. Zu diesem Ergebnis kommt der Verein für Konsumenteninformation (VKI), der mit europäischen Verbraucherorganisationen No-Name-Produkte auf ihre Schutzwirkung und Inhaltsstoffe untersucht hat. Kein einziges der Produkte sei empfehlenswert, teilte der VKI am Donnerstag mit. Vielmehr gab es schwerste Mängel und verbotene Inhaltsstoffe.

APA/dpa

Das Ergebnis ist alarmierend, so der VKI in einer Aussendung. Von den 14 bestellten Sonnenschutzmitteln konnten sieben näher untersucht werden. Mehrere Produkte wurden verspätet oder gar nicht geliefert.

Drei weitere Präparate wurden bereits vor der Laborprüfung ausgeschlossen, da sie den in der Europäischen Union seit Mai 2026 verbotenen UV-Filter 4-MBC enthielten. Zum Einkaufszeitpunkt kosteten die Cremen zwischen 27 Cent und 7,59 Euro. Die Marktrecherche des VKI zeigte, dass einige der Sonnencremen auf den Österreich-Seiten der Plattformen nicht erhältlich waren – sehr wohl aber auf Alibaba und Joom.

Kein Lichtschutzfaktor vorhanden

Bei vier der sieben getesteten Produkte stellte der VKI erhebliche Mängel beim UV-Schutz fest. Trotz ausgelobter Lichtschutzfaktoren von 50, 50+ oder sogar 90 erfüllten sie nicht einmal die Mindestanforderungen um als Sonnenschutzmittel zu gelten. Diese „liegen bei einem Lichtschutzfaktor von 6 beziehungsweise einem UVA-Schutzfaktor von 2“, erklärte VKI-Kosmetik- und Chemikalienexpertin Birgit Schiller. Sie sind somit eigentlich Bodylotions und keine Sonnencremen.

Lediglich ein Produkt erreichte beim UV-Schutz ein akzeptables Ergebnis. Dennoch sprach der VKI keine Empfehlung aus, da das Präparat den UV-Filter Octinoxat (OMC) enthält. Dieser gilt als potenziell hormonell wirksamer Stoff und steht zudem im Verdacht, Korallenriffe und Meeresökosysteme zu schädigen.

VKI: Finger weg

Der VKI warnt davor, Sonnenschutzmittel unbekannter Hersteller über Billig-Onlineplattformen zu beziehen. „Finger weg“, so die Aufforderung des Vereins. Ein unzureichender UV-Schutz könne Sonnenbrand, vorzeitige Hautalterung sowie langfristig ein erhöhtes Hautkrebsrisiko begünstigen.

Verbraucher sollten deshalb auf geprüfte Produkte aus dem regulären Handel zurückgreifen. Auch hierzulande gibt es günstige Produkte zu kaufen, so der Rat der Experten. Der Test wurde im Rahmen eines internationalen Gemeinschaftsprojekts unter der Leitung der französischen Verbraucherorganisation Que Choisir Ensemble (QCE) durchgeführt.

apa

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