Vallmingtal in Gefahr? AVS warnt vor Lockerung des Landschaftsschutzes

Der AVS spricht sich klar gegen das Projekt aus und fordert den Stadtrat von Sterzing auf, den Schutzstatus des Vallmingtals beizubehalten. „Südtirol braucht keine neuen großen Tourismusinfrastrukturen, sondern muss die letzten ursprünglich erhaltenen Landschaften schützen“, heißt es in einem offenen Brief der AVS-Sektion Wipptal und des AVS-Referats für Natur und Umwelt.
Landschaftsplan soll geändert werden
Der Sterzinger Stadtrat hat angekündigt, bei seiner Sitzung am Mittwoch den Landschaftsplan der Gemeinde zu überarbeiten. Konkret geht es um die Artikel 2 und 8. Während Artikel 2 unter anderem das Landschaftsschutzgebiet Vallming behandelt, betrifft Artikel 8 „Aufstiegsanlagen und Hochspannungsleitungen“.
Das Vallmingtal liegt nördlich des Rosskopfs und gilt laut AVS als besonders wertvoller Naturraum. Das versteckte Tal zeichnet sich durch eine vielfältige und wenig berührte Pflanzen- und Tierwelt aus. Zudem befindet sich dort das Almdorf Vallming mit seinen besonderen Almwirtschaftsgebäuden.
Der Landschaftsplan der Gemeinde Sterzing weist laut AVS ebenfalls auf den hohen Wert des Gebietes hin – insbesondere im Vergleich zu den bereits stark genutzten Süd- und Südosthängen des Rosskopfs.
Pendelbahn soll Tal überqueren
Der bestehende Schutzstatus steht jedoch einer geplanten Verbindung der Skigebiete Rosskopf und Ladurns im Weg. Vorgesehen ist laut AVS eine Pendelbahn, die das Vallmingtal überqueren soll.
Bereits 2018 hatte der Stadtrat von Sterzing versucht, eine Ergänzung in den Landschaftsplan aufzunehmen, die eine solche Verbindung ermöglichen würde. Nun steht die Überarbeitung des Landschaftsplans erneut auf der Tagesordnung.
AVS warnt vor Folgen für die Natur
Der AVS-Wipptal appelliert an die Mitglieder des Stadtrats, den Schutz des Vallmingtals nicht aufzuweichen. „Der Überflug durch die geplante Pendelbahn würde diese wunderschöne Landschaft zerstören“, erklärt Alfred Plank, Sektionsleiter des AVS-Wipptal.
Die Sektion kritisiert die geplante Skigebietsverbindung grundsätzlich. „Wir sehen die Auswüchse des Übertourismus in den anderen Tälern, brauchen wir solche Entwicklungen auch bei uns?“, so der AVS.
Nach Ansicht des Vereins seien die noch weitgehend unberührten Naturräume in den Seitentälern des Wipptals das größte Kapital der Region – sowohl für Einheimische als auch für Touristen. Durch die zunehmende Erschließung würden diese Gebiete jedoch immer stärker unter Druck geraten.
Warnung vor weiteren Ausnahmen
Der AVS befürchtet zudem, dass eine Lockerung des Landschaftsschutzes im Vallmingtal auch künftig weitere Ausnahmen ermöglichen könnte. Dadurch könnte die Naturlandschaft schrittweise weiter verändert werden.
„Die Erschließung unserer Bergwelt ist abgeschlossen“, sagt Klaus Bliem, Leiter des AVS-Referats für Natur und Umwelt. Die Landesleitung des AVS fordert den Stadtrat von Sterzing auf, langfristige Naturwerte über kurzfristige wirtschaftliche Interessen zu stellen.
„Die Skigebietsverbindung ist ein überdimensioniertes Projekt. Hier werden Schäden für Natur und Landschaft in Kauf genommen, nur um den Besucherdruck auf unsere Bergwelt weiter zu steigern“, erklärt Bliem.
Der AVS fordert abschließend, die Pläne für eine Skigebietsverbindung nicht zu unterstützen und den Schutz des Vallmingtals dauerhaft zu erhalten.






