Ausländer ins Schloss

Ausschließlich gute Erfahrungen
Bereits 2018 hatte Tramin im Rahmen des Südtiroler Systems der dezentralen Flüchtlingsaufnahme eine Familie aus Syrien aufgenommen. Damals sei die Ausländer-Familie zunächst in einer privaten Wohnung untergebracht worden.
„Hätte man uns gebeten, zehn Familien aufzunehmen, wäre das für eine kleine Gemeinde wie die unsere ein Problem gewesen. So aber wird es sicher funktionieren“, sagt Oberhofer gegenüber italienischen Medien. Mit der damaligen Unterbringung habe Tramin ausschließlich gute Erfahrungen gemacht.
Die nun vorgesehene Wohnung im Schloss Rechtenthal stand zuletzt leer und konnte ohne größere Anpassungen bezogen werden. Für den Bürgermeister ist die Unterbringung in einer Gemeinde die beste Voraussetzung für eine gelungene Integration. Anders als in großen Sammelunterkünften könnten Flüchtlinge so schneller Kontakte knüpfen und Teil des gesellschaftlichen Lebens werden.
Wo die Ausländer untergebracht werden
Schloss Rechtenthal blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Ursprünglich als Ansitz errichtet, diente das Gebäude im Laufe der Jahrzehnte unter anderem als Wohnhaus und später auch sozialen Zwecken.
Heute gehört das Schloss dem Land Südtirol und ist Sitz eines international anerkannten Bildungszentrums. Dort finden regelmäßig Seminare, Fortbildungen und internationale Veranstaltungen statt.
Der Traminer Bürgermeister verweist gegenüber italienischen Medienvertretern darauf, dass die Suche nach geeignetem Wohnraum für sogennante Flüchtlingsfamilien in Südtirol zunehmend schwieriger werde. Umso wichtiger sei es, dass Gemeinden ihren Beitrag leisten. Die Aufnahme der Familie sei deshalb nicht nur eine humanitäre Geste, sondern auch Ausdruck der Verantwortung, die jede Gemeinde übernehmen könne.
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