von ih 11.07.2026 07:41 Uhr

SVP sieht Chancen für Entlastung entlang der Brennerachse

Der Transitverkehr auf der Brennerachse und mögliche Maßnahmen zur Entlastung der Bevölkerung sind im Mittelpunkt eines Verkehrsdialogs der SVP gestanden, zu dem die Bezirksobleute Sebastian Helfer und Peter Brunner in die Festung Franzensfeste eingeladen haben. Rund 100 Funktionäre nahmen an der Veranstaltung teil. Dabei wurden aktuelle Entwicklungen auf europäischer, staatlicher und Landesebene beleuchtet.

Foto: SVP

Landeshauptmann Arno Kompatscher bezeichnete die bevorstehende Ausschreibung der Konzession für die Brennerautobahn als wichtige Chance, um nachhaltige Verbesserungen für die Bevölkerung entlang der Transitstrecke zu erreichen. Er betonte, dass die Sorgen der Menschen ernst genommen würden und dass Fortschritte vor allem auf dem Verhandlungsweg erzielt werden könnten.

Ein zentrales Element sei der sogenannte „Digital Green Corridor“, der künftig Teil der neuen Autobahnkonzession werden soll. Nach Angaben Kompatschers sollen damit Investitionen in Lärmschutz, Auffangparkplätze und Ladeinfrastruktur verbunden werden. Rund 36 Prozent des vorgesehenen Investitionsvolumens seien für Maßnahmen in Südtirol vorgesehen. Ziel sei es, die Brennerautobahn an moderne Anforderungen anzupassen und die Belastung durch Lärm und Luftverschmutzung spürbar zu reduzieren.

Darüber hinaus werde mit Frächterverbänden über neue Modelle zur Steuerung des Lkw-Verkehrs verhandelt. Diskutiert würden unter anderem variable Mautsysteme, Slot-Modelle sowie eine mögliche Umweltmaut.

Die Kammerabgeordnete Renate Gebhard verwies auf das Problem, dass Lastkraftwagen bei Staus oder Wartezeiten häufig auf das Landesstraßennetz ausweichen. Dies führe zu zusätzlichen Belastungen für Anrainer und Verkehrsteilnehmer. Sie kündigte an, sich in Rom weiterhin für Maßnahmen einzusetzen, die den Schwerverkehr auf der Autobahn halten.

Auch auf europäischer Ebene gebe es Bewegung, erklärte Europaabgeordneter Herbert Dorfmann. Mit Spannung werde der Bericht des Generalanwalts am Europäischen Gerichtshof zur Transitklage Italiens gegen Österreich erwartet. Dieser könne eine Grundlage für weitere Gespräche zwischen den betroffenen Staaten schaffen und zu einer gemeinsamen Lösung für die Steuerung des Transitverkehrs auf der Brennerachse beitragen.

Zum Abschluss des Verkehrsdialogs herrschte unter den Teilnehmern Einigkeit darüber, dass die Brennerautobahn für die wirtschaftliche Entwicklung Südtirols von großer Bedeutung sei. Gleichzeitig müsse die Belastung für Bevölkerung und Infrastruktur verringert werden. Angesichts der aktuellen Entwicklungen zeigten sich die Teilnehmer optimistisch, dass in den kommenden Jahren konkrete Verbesserungen erreicht werden könnten.

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