von mmh 07.07.2026 18:01 Uhr

Erste positive Signale aus den Gemeinschaftshäusern

Die neuen Gemeinschaftshäuser in Südtirol zeigen laut dem Ressort für Gesundheitsvorsorge und Gesundheit erste positive Entwicklungen. Sie sollen künftig eine wichtige Rolle bei der wohnortnahen Versorgung übernehmen und gleichzeitig die Krankenhäuser, insbesondere die Notaufnahmen, entlasten.

(Foto: LPA/Claudia Corrent)

„Wie jede grundlegende Neuerung braucht auch dieses Versorgungsmodell Zeit, um sich schrittweise weiterzuentwickeln und in der Bevölkerung zu etablieren“, erklärt Michael Mayr, Direktor des Ressorts für Gesundheitsvorsorge und Gesundheit.

Leitfaden und neue Gesundheitshotline sollen Orientierung geben

Für Bürger soll klarer werden, welche Anlaufstelle bei welchem gesundheitlichen Anliegen die richtige ist. Ein landesweiter Leitfaden zur Gesundheitsversorgung zeigt auf, wann die Notrufnummer 112, wann die Notaufnahme und wann das Gemeinschaftshaus oder der Hausarzt aufgesucht werden sollte.

Zusätzlich soll ab Herbst im Gesundheitsbezirk Bozen die neue Gesundheitshotline 116117 eingeführt werden. Die einheitliche Rufnummer soll einen zusätzlichen niederschwelligen Zugang zur Gesundheitsversorgung schaffen und Patienten dabei unterstützen, schneller die passende Versorgungseinrichtung zu finden.

„Unser gemeinsames Ziel muss es sein, den Bürgern Sicherheit und Orientierung zu geben und sie beim Wandel des Versorgungssystems zu begleiten, sodass jeder Patient die richtige Versorgung am richtigen Ort erhält“, betont Mayr.

Notaufnahmen weiter stark gefordert

Trotz der neuen Angebote bleiben die Notaufnahmen stark ausgelastet. Laut Michael Mayr setzte sich der steigende Trend bei den Zugängen auch im ersten Halbjahr 2026 fort.

In der Notaufnahme Bozen habe es in den Monaten Mai und Juni, nach der Inbetriebnahme der ersten Gemeinschaftshäuser, zwar einen leichten Rückgang der Zugänge gegeben. Die Belastung bleibe jedoch weiterhin hoch: Durchschnittlich 308 Patienten pro Tag würden dort behandelt – etwa ein Patient alle fünf Minuten.

Gerade diese Zahlen würden zeigen, welche Bedeutung den Gemeinschaftshäusern zukomme. Die neuen Einrichtungen sollen vor allem Patienten mit kleineren dringlichen Beschwerden auffangen und damit die Notaufnahmen entlasten.

Kleine Dringlichkeiten werden in Gemeinschaftshäusern behandelt

Laut Mayr hätten die Ambulatorien für kleine Dringlichkeiten in den Gemeinschaftshäusern bereits in den ersten beiden Monaten regen Zulauf verzeichnet. Eine vollständige Verlagerung von nicht lebensbedrohlichen Beschwerden aus den Notaufnahmen in die neuen Einrichtungen sei jedoch nicht von heute auf morgen möglich.

„Ein so tiefgreifender Strukturwandel braucht Zeit“, erklärt der Ressortdirektor. Die weiterhin hohe Auslastung der Notaufnahmen unterstreiche vielmehr die Notwendigkeit der Gemeinschaftshäuser.

Besonders in den Sommermonaten würden zusätzliche Faktoren wie anhaltende Hitzewellen und ein erhöhtes Touristenaufkommen die Anforderungen an das Gesundheitssystem verstärken.

Gemeinschaftshaus Loew-Cadonna als Beispiel

Als Beispiel für das Potenzial des neuen Versorgungsmodells nennt das Ressort das Gemeinschaftshaus Loew-Cadonna in Bozen. Mit seinen fachärztlichen Ambulanzen sowie diagnostischen und therapeutischen Leistungen biete es den Bürgern im Einzugsgebiet eine umfassende wohnortnahe Versorgung.

Informationen zu den Gemeinschaftshäusern, den angebotenen Leistungen, Standorten und Öffnungszeiten sowie den Orientierungsleitfaden zur Gesundheitsversorgung stellt die Abteilung Gesundheit des Landes Südtirol online zur Verfügung.

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