Rund 3.700 Seniorinnen in Südtirol ohne eigene Rente

Nach Ansicht Rieders stehen hinter den Zahlen tausende Frauen, die über viele Jahre hinweg Kinder erzogen oder Angehörige gepflegt haben und deshalb keine oder nur geringe Rentenansprüche erwerben konnten. Damals seien Kinderbetreuung, Teilzeitarbeit und Pflegeeinrichtungen deutlich weniger ausgebaut gewesen als heute. Viele Frauen hätten daher kaum eine Möglichkeit gehabt, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen.
„Diese Frauen haben Leistungen erbracht, von denen die gesamte Gesellschaft profitiert hat. Dass viele von ihnen heute finanziell schlechter abgesichert sind, ist deshalb auch eine gesellschaftspolitische Verantwortung“, erklärt Maria Elisabeth Rieder.
Die ASTAT-Erhebung zeigt zugleich, dass rund 2.600 der betroffenen Frauen in Haushalten mit einem Jahreseinkommen von mehr als 13.000 Euro leben – meist gemeinsam mit ihrem Ehepartner. Für Rieder greift diese Betrachtung jedoch zu kurz. Entscheidend sei nicht nur das Haushaltseinkommen, sondern auch die finanzielle Eigenständigkeit der Frauen. Wer über kein eigenes Einkommen verfüge, sei im Alter stärker von anderen abhängig und trage ein höheres Risiko, bei einer Trennung oder nach dem Tod des Partners in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten.
Nach Angaben der Team K-Abgeordneten wird das Thema auch regelmäßig in ihren Bürgersprechstunden angesprochen. Viele Frauen berichteten, dass sie ihr Leben lang für ihre Familien da gewesen seien und heute dennoch kaum finanziell abgesichert seien.
Die von der Landesregierung vorgesehenen Instrumente wie Zusatzrentenfonds oder Beiträge zur rentenrechtlichen Absicherung von Erziehungs- und Pflegezeiten seien zwar wichtige Maßnahmen für jüngere Generationen. Für viele Frauen, die bereits im Pensionsalter seien, kämen diese Möglichkeiten jedoch zu spät.
Auf Grundlage der nun veröffentlichten Daten will Rieder einen Beschlussantrag ausarbeiten. Ziel sei es, insbesondere jene Seniorinnen besser zu unterstützen, die aufgrund jahrzehntelanger Sorge- und Pflegearbeit keine ausreichende Altersversorgung aufbauen konnten. Mit der erstmals vorliegenden Datengrundlage müsse nun der nächste Schritt folgen und konkrete politische Lösungen erarbeitet werden, so die Landtagsabgeordnete des Team K.






