Jede dritte Hüttenbuchung wird abgesagt

Auf den Hütten des Österreichischen Alpenvereins werden inzwischen 30 bis 40 Prozent aller Reservierungen wieder abgesagt. 2022 lag die Quote noch bei 15 Prozent. „Stornierungen erfolgen oft sehr kurzfristig, sodass freie Plätze nicht mehr nachbesetzt werden können. Das erschwert die Planung von Personal und Versorgung erheblich“, erklärt Carolin Scharfenstein von der Abteilung Hütten und Wege. Die Gründe sind vielfältig. Weil Schlafplätze auf bekannten Hütten knapp sind, wird früh gebucht und erst später entschieden. Häufig halten sich Gäste mit mehreren Reservierungen mehrere Optionen offen. Die Online-Buchung senkt zudem die Hemmschwelle, kurzfristig wieder abzusagen, meint der Alpenverein. Besonders heikel seien sogenannte No-Shows: Erscheinen Gäste ohne Absage nicht auf der Hütte, bleibt im Zweifel unklar, ob sie womöglich in Bergnot geraten sind. Das kann sogar eine größere Suchaktion auslösen.
Der Alpenverein appelliert deshalb an verantwortungsvolles Reservieren: Gebucht werden soll nur, was auch genutzt wird und nicht benötigte Plätze gehören rechtzeitig abgesagt. Wirtschaftlich treffe die Hüttenwirtsleute dabei vor allem der Ausfall der Konsumationsumsätze, von denen sie letztlich leben.
Trotz der hohen Stornoquote sind vor allem die bekannten Hütten im Sommer stark ausgelastet. Der Alpenverein rät daher, auf Tage unter der Woche und außerhalb der Ferienzeiten auszuweichen, weniger frequentierte Hütten zu wählen oder Touren individuell zu planen. Stornierungen haben aber auch eine gute Seite: Für Kurzentschlossene werden immer wieder Plätze frei. Ein regelmäßiger Blick ins Online-Reservierungssystem oder die Nutzung von Wartelisten kann sich deshalb lohnen.






