von mmh 16.06.2026 17:17 Uhr

Brixner Disko vor dem Aus?- Club Max pausiert den Betrieb

Die Diskothek „Max“ in Brixen hat am Dienstag auf Instagram ein ausführliches Statement veröffentlicht, in dem die Betreiber offen über die Zukunft des Lokals sprechen – und diese steht offenbar auf der Kippe.

Symbolbild von ericbarns auf Pixabay

Wirtschaftlicher und emotionaler Schaden durch Schließung

Wie das Club-Max-Team in dem Statement schreibt, habe die Schließung durch die Quästur in Bozen nicht nur erheblichen wirtschaftlichen Schaden verursacht. Viele der ausgefallenen Veranstaltungen seien bereits im Vorfeld bezahlt und organisiert gewesen. Die Entscheidung habe das Team auch „persönlich und emotional stark getroffen“.

Betreiber Felix Taschler und sein Team hatten die Schließung von Anfang an als nicht nachvollziehbar bezeichnet. Zur Erinnerung: Quästor Giuseppe Ferrari hatte die Lizenz der Diskothek für 15 Tage ausgesetzt, nachdem die Ordnungshüter dies empfohlen hatten. Grund waren mehrfache Schlägereien und Gruppenangriffe mit Verletzten im und rund um das Lokal, an denen laut Behörden polizeibekannte Personen beteiligt waren – nicht zwingend Gäste des Clubs.

Wegen der Schließung fiel heuer auch die legendäre School’s Out-Party für die Südtiroler Schüler aus.

Vorerst ein Schritt zurück

„Nach langen Gesprächen und sorgfältigen Überlegungen haben wir daher beschlossen, vorerst einen Schritt zurückzutreten“, heißt es im Statement. Man wolle beobachten, wie sich die politische Haltung gegenüber dem Nachtleben und die allgemeine Akzeptanz von Diskotheken entwickeln, bevor man entscheide, ob und in welcher Form es weitergehen kann.

Sollte sich der Trend fortsetzen, Lokale unter dem Vorwand der „öffentlichen Sicherheit“ zu schließen, sehe man „langfristig kaum eine Perspektive für einen Fortbestand des Betriebs“. Das Team betont: Man sei nicht bereit, die wirtschaftlichen und organisatorischen Folgen des Verhaltens einzelner Personen – die oft nicht einmal Gäste des Lokals seien – allein zu tragen.

Vier letzte Veranstaltungen geplant

Dennoch will sich der Club Max nicht still und leise verabschieden. Für die kommenden Wochen sind noch vier abschließende Veranstaltungen geplant, nach denen der Betrieb „vorerst pausiert“. Ob und wann eine Rückkehr möglich ist, lassen die Betreiber offen.

Drei Jahrzehnte Südtiroler Nachtleben

Das Statement endet mit einem emotionalen Rückblick: Seit über 30 Jahren sei der Club Max Teil des Südtiroler Nachtlebens und weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. „Unser Ziel war es immer, Menschen einen sicheren Ort zu bieten, an dem sie unter kontrollierten Bedingungen und unter Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben gemeinsam feiern können.“

Umso schwerer treffe es das Team, dass genau solche Orte zunehmend unter Druck gerieten. Die Betreiber stellen dabei auch eine grundsätzliche gesellschaftliche Frage: Wo werden Jugendliche und Erwachsene künftig feiern – und unter welchen Rahmenbedingungen?

Die kommenden Veranstaltungen sollen gemeinsam mit dem Publikum genutzt werden, um auf drei Jahrzehnte voller Erinnerungen, Begegnungen und unvergesslicher Nächte zurückzublicken.

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