„Postenschacher statt Leistungsgesellschaft“: Scharfe Kritik an Personalentscheidungen

Dabei gehe es ausdrücklich nicht um die fachlichen oder persönlichen Qualifikationen der ernannten Personen. Diese könnten für ihre jeweiligen Aufgaben durchaus geeignet oder sogar sehr geeignet sein. Entscheidend sei vielmehr die Frage, nach welchen Kriterien und in welchem Verfahren solche Spitzenpositionen vergeben werden.
Forderung nach mehr Transparenz
Nach Ansicht der Freiheitlichen müsse bei öffentlichen Einrichtungen und Unternehmen mit großer gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Bedeutung nachvollziehbar sein, wie Personalentscheidungen zustande kommen und weshalb sich eine bestimmte Person gegenüber anderen Bewerbern durchsetzt. Transparenz, Chancengleichheit und objektive Auswahlkriterien sollten im Jahr 2026 selbstverständlich sein.
Stattdessen entstehe erneut der Eindruck, dass politische Nähe und bestehende Netzwerke wichtiger seien als offene und nachvollziehbare Auswahlverfahren. Besonders kritisch sieht Stauder die Besetzungen bei Alperia. Es sei befremdlich, dass solche Personalentscheidungen offenbar nicht einmal Gegenstand des Koalitionsausschusses seien und die Parteilogik erneut über transparente Bewerbungsverfahren gestellt werde.
Kritik auch an Ernennung bei der RAS
Fragen wirft für die Freiheitlichen auch die Ernennung von Vera Malleier zur Präsidentin der RAS auf. Aus ihrem beruflichen Werdegang sei eine langjährige politische Nähe zur Südtiroler Volkspartei ersichtlich. So war Malleier von 2003 bis 2014 Geschäftsführerin der Frauenbewegung der Südtiroler Volkspartei.
Auch hier betont Stauder, dass es nicht um die persönliche Eignung gehe. Vielmehr dürfe bei derartigen Ernennungen der Eindruck politischer Einflussnahme gar nicht erst entstehen. Genau deshalb seien transparente und offene Verfahren notwendig.
Die Freiheitlichen warnen davor, dass Südtirol an Glaubwürdigkeit, Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft verlieren könnte, wenn qualifizierte Fachkräfte aufgrund fehlender Chancengleichheit abwandern. Statt eines modernen Wettbewerbs herrsche vielfach noch das Prinzip einer politischen Fürstenherrschaft, in der Netzwerke und persönliche Beziehungen offene Verfahren ersetzen würden.
Die Partei fordert deshalb verpflichtende, transparente und öffentliche Ausschreibungen mit klar definierten Auswahlkriterien für Führungspositionen in öffentlichen Einrichtungen und Beteiligungsgesellschaften. Jeder Bürger solle die gleiche Chance haben, sich unabhängig von Parteizugehörigkeit oder persönlichen Kontakten auf solche Positionen zu bewerben.
Die Freiheitlichen sehen darin einen wesentlichen Schritt hin zu einer Leistungsgesellschaft, in der Qualifikation und faire Wettbewerbsbedingungen über die Vergabe von Spitzenpositionen entscheiden. Alles andere bedeute einen Rückfall in den Postenschacher und die politische Selbstbedienung, für die in einem modernen und zukunftsorientierten Südtirol kein Platz mehr sein dürfe.
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