Mythen im Check: Diese Küchen-Gewohnheiten können gefährlich sein

Spülschwämme als Keimquelle in der Küche
Immer wieder stellt sich die Frage, ob Spülschwämme und Geschirrtücher Bakterien übertragen können. Laut Verbraucherzentrale ist dies tatsächlich der Fall: Feuchte Schwämme, Schwammtücher und Geschirrtücher bieten ideale Bedingungen für Mikroorganismen und können diese verbreiten. Daher sollten sie regelmäßig bei mindestens 60 Grad gewaschen oder ausgetauscht werden.
Rohes Geflügel nicht waschen
Auch beim Umgang mit rohem Geflügelfleisch kursieren falsche Annahmen. Dieses sollte laut Experten keinesfalls vor dem Kochen gewaschen werden. Beim Waschen können Keime auf Hände, Küchenutensilien und andere Lebensmittel übertragen werden.
Ernährungsexpertin Silke Raffeiner von der Verbraucherzentrale Südtirol betont zudem, dass Hände vor und nach dem Kontakt mit rohen Lebensmitteln gründlich mit Seife gewaschen werden sollten. Geflügel müsse außerdem immer vollständig durchgegart werden, um gesundheitliche Risiken zu vermeiden.
Fünf-Sekunden-Regel ist ein Mythos
Auch die sogenannte „Fünf-Sekunden-Regel“ hält einer fachlichen Prüfung nicht stand. Lebensmittel, die auf den Boden fallen, können sofort mit Keimen verunreinigt werden – unabhängig davon, wie schnell sie aufgehoben werden.
Wie stark eine Verunreinigung ausfällt, hängt unter anderem von der Art des Lebensmittels, der Oberfläche und dem Verschmutzungsgrad des Bodens ab. Besonders klebrige oder feuchte Lebensmittel nehmen dabei mehr Keime auf als trockene Speisen. Die Verbraucherzentrale rät daher, im Zweifel auf den Verzehr zu verzichten oder das Lebensmittel gründlich zu reinigen, sofern dies möglich ist.
Bio-Produkte müssen ebenfalls gewaschen werden
Ein weiterer Irrglaube betrifft Bio-Obst und -Gemüse. Diese müssen ebenso wie konventionell oder integriert produzierte Lebensmittel vor dem Verzehr gewaschen werden. Dadurch werden mögliche Rückstände, Partikel aus der Luft und Keime von der Oberfläche entfernt.
Millionen Erkrankungen durch verunreinigte Lebensmittel
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass weltweit jedes Jahr rund 600 Millionen Menschen durch verunreinigte oder verdorbene Lebensmittel erkranken. Etwa 420.000 Menschen sterben jährlich daran.
Ursachen sind unter anderem Bakterien, Viren und Parasiten sowie chemische Rückstände. Diese können mehr als 200 verschiedene Krankheiten auslösen, darunter Durchfallerkrankungen, akute Vergiftungen, aber auch langfristige Leiden wie Krebs. Durch einfache Hygienemaßnahmen in der Küche lässt sich das Risiko jedoch deutlich reduzieren, so die Verbraucherzentrale.






