von Alexander Wurzer 11.06.2026 12:50 Uhr

„Machen wir schon“ ist zu wenig: STF-Pendlerantrag im Landtag abgelehnt

Die Süd-Tiroler Freiheit spart nach der jüngsten Landtagssitzung nicht mit Kritik an der Landesregierung. Ein Antrag der Oppositionsbewegung für spürbare Verbesserungen im öffentlichen Nahverkehr wurde von der SVP-Mehrheit abgeschmettert. Für Unmut sorgen auch verbale Spitzen des Landeshauptmannes.

Sven Knoll (Quelle: Süd-Tiroler Freiheit)

Die Süd-Tiroler Freiheit (STF) kritisiert die Ablehnung ihres Beschlussantrages zur Verbesserung des öffentlichen Personenverkehrs in Südtirol scharf. Der Antrag, der am 11. Juni von Landtagsabgeordnetem Sven Knoll eingebracht wurde, hätte konkrete Maßnahmen für mehr Pünktlichkeit, bessere Fahrgast-Informationen, saubere Bahnhöfe, funktionierende Aufzüge und moderneres Rollmaterial vorgesehen.

Die Landesregierung und die SVP-Mehrheit lehnten die Initiative jedoch ab. Die Begründung laut STF sinngemäß: Man arbeite ohnehin bereits an diesen Punkten. Für die Oppositionsbewegung ist das jedoch vertröstender Alltag statt echter Politik.

Alfreider verweist auf laufende Arbeit – STF kontert

Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider habe im Landtag zwar eingeräumt, dass die angesprochenen Punkte wichtig seien, verwies jedoch darauf, dass man bereits an Verbesserungen arbeite. Genau diese Haltung stößt bei der Süd-Tiroler Freiheit auf völliges Unverständnis.

Denn die täglichen Erfahrungen vieler Pendler, Schüler, Studenten und mobilitätseingeschränkter Personen würden ein völlig anderes Bild zeigen: Busse kämen zu spät oder würden an Haltestellen vorbeifahren, Züge fielen aus, Informationen flössen zu spät und das WLAN in den Zügen sei vielfach unbrauchbar. Zudem seien viele Bahnhöfe ungepflegt und Aufzüge regelmäßig defekt.

Scharfe Kritik an Kompatscher-Kommentar

Besonders sauer stößt der STF eine Wortmeldung von Landeshauptmann Arno Kompatscher auf. Dieser habe den Beschlussantrag mit den Worten kommentiert, es sei schon einmal gut, dass darin nicht stehe, „dass Zuwanderer schuld daran sind, dass der Bus zu spät kommt“.

Für die Süd-Tiroler Freiheit ein unpassender Seitenhieb: Die Aussage zeige, dass der Landeshauptmann lieber über einen sachlichen Antrag der Opposition spotte, anstatt die konkreten Alltagsprobleme der Fahrgäste ernst zu nehmen.

„Wer täglich mit Bus und Bahn unterwegs ist, braucht keine Ausreden und keine herablassenden Kommentare, sondern verlässliche Verbindungen, klare Informationen, funktionierende Aufzüge, saubere Bahnhöfe und moderne Züge. Wenn die Landesregierung behauptet, sie mache ohnehin schon alles, dann muss man sich fragen, warum so viele Probleme seit Jahren ungelöst sind“, erklärt Sven Knoll.

Das hätte der Antrag vorgesehen

Der abgelehnte Beschlussantrag beinhaltete ein umfassendes Maßnahmenpaket. Verspätungen, Ausfälle sowie Gleisänderungen sollten früher und transparenter kommuniziert, Durchsagen vereinfacht und digitale Anzeigen modernisiert werden.

Zudem forderte die STF mit Blick auf die ab 2027 geplanten durchgehenden Zugverbindungen zwischen Innsbruck, Bozen und Trient, den zeitaufwendigen Lokführer- und Personalwechsel am Brenner und in Innichen endlich abzuschaffen.

„Die Landesregierung redet ständig vom Ausbau des öffentlichen Verkehrs, lehnt aber einen Antrag ab, der genau jene Verbesserungen einfordert, die die Menschen täglich brauchen. Die Antwort ‚machen wir schon‘ reicht nicht“, betont Knoll abschließend. Die Bewegung fordert nun einen konkreten Maßnahmen- und Zeitplan von der Landesregierung.

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