Südtiroler Landtag lehnt Antrag zur Entlastung bei Pflegekosten ab

Die Süd-Tiroler Freiheit hatte gefordert, dass das Land ein Modell ausarbeitet, um die in den vergangenen Jahren gestiegenen Heimtarife ganz oder teilweise zu übernehmen. Darüber hinaus sollten bestehende Unterstützungsmaßnahmen für Menschen mit niedrigen Renten, finanziell belastete Familien und pflegende Angehörige ausgebaut werden.
Nach Angaben der STF seien die Tarife in den Seniorenheimen innerhalb der vergangenen zwei Jahre um mehr als 13 Prozent gestiegen. Damit hätten sich die Kosten deutlich stärker erhöht als die allgemeine Inflation. Für Betroffene bedeute dies durchschnittliche Mehrkosten von über 2.800 Euro pro Jahr.
Landesregierung sieht keinen Handlungsbedarf
Landesrätin Rosmarie Pamer (SVP) verwies in der Debatte laut Süd-Tiroler Freiheit darauf, dass bereits verschiedene Maßnahmen zur Unterstützung von Senioren und Familien umgesetzt worden seien. Die Landesregierung sah daher offenbar keinen zusätzlichen Handlungsbedarf.
Kritik daran kommt von den Antragstellern. Der Landtagsabgeordnete Sven Knoll erklärt, die steigenden Pflegekosten würden viele Senioren und deren Angehörige zunehmend unter Druck setzen. Die Renten könnten mit den Kostensteigerungen vielfach nicht Schritt halten, weshalb Familien immer häufiger finanziell einspringen müssten.
Pflege nicht zur Armutsfalle machen
Die Süd-Tiroler Freiheit betont, dass ein würdiges Altern nicht von den finanziellen Möglichkeiten der Betroffenen abhängen dürfe. Angesichts des Landeshaushaltes sei es aus Sicht der Partei eine Frage der politischen Prioritätensetzung, ob zusätzliche Mittel für die Entlastung von Senioren und Familien bereitgestellt werden.
Auch nach der Ablehnung des Antrags kündigte die politische Bewegung an, das Thema weiterhin auf die politische Agenda zu setzen. Pflege dürfe nicht zur Armutsfalle werden, so die Forderung der Süd-Tiroler Freiheit.
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