Schnelle Waldpflege ist wirksamste Waffe gegen den Borkenkäfer

Der SVP-Landtagsabgeordnete Franz Locher sieht sich dadurch in seiner bisherigen Haltung bestätigt. Bereits im Jahr 2022 hatte er im Landtag Maßnahmen zur Bekämpfung des Borkenkäfers gefordert. Besonders wichtig seien Förderungen für Privat- und Gemeindewälder sowie die bessere Erschließung schwer zugänglicher Waldgebiete gewesen.
Die Forscher betonen, dass vor allem Sturm- und Schneedruckflächen möglichst rasch aufgeräumt werden müssen. Beschädigte und umgestürzte Bäume bieten ideale Brutbedingungen für den Fichtenborkenkäfer. Entscheidend sei deshalb nicht nur das Reagieren auf bereits entstandene Schäden, sondern vor allem ein frühzeitiges und konsequentes Handeln.
Locher verweist darauf, dass die Unterstützung der Waldbesitzer weiterhin notwendig sei. Nur wenn Schadholz rechtzeitig entfernt werde, könne eine weitere Ausbreitung des Schädlings verhindert werden. Saubere und gepflegte Wälder seien nach wie vor der beste Schutz für einen gesunden Waldbestand.
Schutzwälder teilweise stark geschädigt
Die Studie wurde vom Land Südtirol in Auftrag gegeben, nachdem der Borkenkäfer in den vergangenen Jahren weite Teile der Südtiroler Wälder in einem bislang ungekannten Ausmaß befallen hatte.
Auslöser für die Massenvermehrung waren vor allem die schweren Schneedruckereignisse der Jahre 2019 und 2020. Die großen Mengen an beschädigtem Holz schufen ideale Bedingungen für den Schädling. Da viele betroffene Flächen nicht rechtzeitig aufgeräumt werden konnten, breitete sich der Borkenkäfer nahezu ungehindert aus.
Nach Angaben Lochers hat das Ausmaß der Schäden das Landschaftsbild vieler Gebiete dauerhaft verändert. Besonders problematisch sei, dass in einigen Regionen die Schutzfunktion der Wälder beeinträchtigt wurde. Dadurch seien Infrastrukturen und teilweise auch Menschen stärker Naturgefahren ausgesetzt.
Hohe Temperaturen förderten die Ausbreitung
Zusätzlich begünstigten die Wetterbedingungen die Vermehrung des Schädlings. Vor allem die ungewöhnlich hohen Temperaturen im Jahr 2023 führten zu einer starken Zunahme der Käferpopulationen.
Grundsätzlich können gesunde Bäume einzelne Angriffe von Borkenkäfern durch Harzbildung abwehren. Bei einem Massenbefall verlieren sie jedoch ihre natürliche Widerstandskraft. Die Kombination aus großen Mengen an liegendem Holz und warmem Wetter schuf deshalb ideale Voraussetzungen für die Ausbreitung des Schädlings.
Rückgang der Käferpopulationen macht Hoffnung
Die aktuelle Entwicklung gibt laut der Studie Anlass zu vorsichtigem Optimismus. Die Verbreitung des Fichtenborkenkäfers ist zuletzt zurückgegangen, die Populationen scheinen derzeit unter Kontrolle zu sein.
Von einer Entwarnung könne jedoch noch keine Rede sein, warnt Locher. Sollten erneut günstige Wetterbedingungen eintreten, könne die Zahl der Käfer rasch wieder ansteigen.
Interessante neue Erkenntnisse liefert die Studie auch zu Milben und Fadenwürmern, die sich unter den Flügeldecken der Borkenkäfer befinden. Diese Begleitorganismen könnten Einfluss auf die Fitness und Entwicklung der Schädlinge haben. Die Forscher sehen darin einen vielversprechenden Ansatz für weitere Untersuchungen im Kampf gegen den Borkenkäfer.






