Wölfe auf Wanderschaft: GPS-Sender liefern neue Erkenntnisse

Der Nationalpark Belluneser Dolomiten, die Veterinärmedizinische Fakultät der Universität Sassari auf Sardinien sowie die Provinz Belluno untersuchen derzeit das Verhalten von Wölfen mithilfe von GPS-Halsbandsendern. Das Südtiroler Landesamt für Wildtiermanagement ist in die Zusammenarbeit eingebunden und erhält regelmäßig Informationen über die Bewegungen der besenderten Tiere.
Aktuell tragen drei Wölfe einen GPS-Sender. Einer von ihnen hielt sich zeitweise auch in Südtirol auf. Seine Route führte ihn unter anderem in die Gegend von Innichen und Lappach, bevor er weiter ins Zillertal wanderte, wo er sich derzeit noch aufhält. Solche Wanderbewegungen sind laut Experten typisch für junge Wölfe, die meist im zweiten Lebensjahr ihre Herkunftsgebiete verlassen und innerhalb kurzer Zeit große Distanzen zurücklegen.
Landesforstdirektor Günther Unterthiner betont die Bedeutung des internationalen Datenaustauschs. Nur durch die Zusammenarbeit der zuständigen Stellen könne die Entwicklung der Wolfspopulation sowie das Zusammenleben von Mensch und Wildtier genau beobachtet werden. Das Wissen über Verbreitung und Verhalten der Tiere sei eine wichtige Grundlage für ein wirksames Wolfsmanagement.
Auch in Südtirol selbst wird derzeit ein Wolf im Rahmen eines wissenschaftlichen Projekts überwacht. Ende Mai wurde im Gadertal ein junger Wolf mit einem GPS-Halsbandsender ausgestattet. Ziel ist es, seine Raumnutzung und sein Verhalten systematisch zu erfassen. Die gewonnenen Daten ermöglichen eine laufende Beobachtung des Tieres und werden bei Bedarf auch mit benachbarten Regionen und Ländern geteilt.
Die Verantwortlichen erhoffen sich von den Untersuchungen wertvolle Erkenntnisse über Wanderwege, Lebensräume und das Verhalten der Wölfe. Gleichzeitig soll die Zusammenarbeit über Landes- und Staatsgrenzen hinweg weiter gestärkt werden.






