SHB trauert um Freiheitskämpfer Josef „Pepi“ Fontana

Josef Fontana wurde 1937 in Neumarkt geboren. Nach der Volksschule erlernte er das Handwerk des Malers und Anstreichers. Schon in jungen Jahren schloss er sich dem Befreiungsausschuss Südtirol (BAS) an und gehörte zum Umfeld von BAS-Gründer Sepp Kerschbaumer.
Im Zusammenhang mit der Feuernacht wurde Fontana 1961 verhaftet. Im Mailänder Südtirolprozess verurteilten ihn die Gerichte zunächst zu zehn Jahren und acht Monaten Haft, später wurde das Strafmaß auf neun Jahre und neun Monate reduziert. Während seiner Gefängniszeit erkrankte er an Tuberkulose. Trotz der schwierigen Haftbedingungen nutzte er die Jahre im Gefängnis, um sich weiterzubilden und sich auf die Matura vorzubereiten.
Nach seiner Entlassung studierte Fontana Geschichte, Germanistik und Philosophie an der Universität Innsbruck. 1977 promovierte er zum Doktor der Philosophie. Da ihm aufgrund seiner Vorstrafe der Zugang zum Lehrerberuf verwehrt blieb, arbeitete er von 1977 bis 1999 am Südtiroler Kulturinstitut.
Als Historiker veröffentlichte Fontana zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten zur politischen und kulturellen Geschichte Tirols. Sein Forschungsschwerpunkt lag auf der Entwicklung Tirols zwischen 1800 und 2000. Darüber hinaus setzte er sich als Zeitzeuge intensiv mit dem Südtiroler Freiheitskampf und dessen Bedeutung für die Entstehung der heutigen Autonomie auseinander.
Würdigung des Südtiroler Heimatbundes
SHB-Obmann Roland Lang würdigt Fontana als einen Menschen, der seinen Überzeugungen stets treu geblieben sei. Mit ihm verliere Südtirol einen bedeutenden Historiker, engagierten Wissenschaftler und einen der letzten noch lebenden Vertreter jener Generation, die den Freiheitskampf aus eigener Erfahrung erlebt habe.
Der Südtiroler Heimatbund sprach den Angehörigen, Freunden und Weggefährten des Verstorbenen sein Mitgefühl aus und kündigte an, Josef „Pepi“ Fontana ein ehrendes Andenken zu bewahren.






