von ih 26.05.2026 10:00 Uhr

„Ein System fährt gegen die Wand“

Die Entsorgung von Altreifen entwickelt sich in Südtirol zunehmend zum Problem für Kfz-Werkstätten. Darauf machte der Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister (lvh) bei einem Treffen mit Landeshauptmann-Stellvertreter Marco Galateo aufmerksam. In vielen Betrieben stapeln sich die Reifen, weil die gesetzlich vorgesehenen Abholungen nicht mehr rechtzeitig erfolgen.

Foto: lvh

Laut lvh reichen die Sammelquoten der Entsorgungskonsortien längst nicht mehr aus. Für die Werkstätten bedeutet das nicht nur Platzmangel, sondern auch ein erhöhtes Sicherheitsrisiko: Große Mengen gelagerter Reifen gelten als hohe Brandlast und können zu Problemen mit Sicherheitsvorschriften führen. Gleichzeitig drohen den Betrieben Sanktionen, obwohl sie die Entsorgung selbst nicht beeinflussen können.

Der Verband fordert deshalb eine grundlegende Reform des seit 2011 bestehenden PFU-Entsorgungssystems. Die Abholkontingente müssten laut Branchenvertretern um rund 200 Prozent erhöht werden. Besonders Südtirol sei betroffen, da die bisherigen Berechnungen vor allem auf der Einwohnerzahl basieren und den starken Tourismus- und Transitverkehr nicht berücksichtigen.

Kurzfristig sollen finanzielle Hilfen geprüft werden, um die angesammelten Reifen abzubauen. Parallel dazu will das Land gemeinsam mit anderen Alpenregionen Druck auf Rom ausüben, damit die nationalen Kontingente angepasst werden.

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