von lif 23.05.2026 09:55 Uhr

Wasserknappheit: Erste Warnstufe für das Etschtal ausgerufen

In Südtirol drohe im kommenden Sommer eine Wasserknappheit. Die Ständige Beobachtungsstelle über die Wasserressourcen in den Ostalpen hat für das Einzugsgebiet der Etsch die erste Warnstufe ausgerufen, daher bittet die Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz die Bevölkerung um einen bewussten Umgang mit der Ressource Wasser.

Bild: APA

Die erste Warnstufe „geringe Gefährdung“ wurde nach zwei Sitzungen am 14. und 18. Mai beschlossen. Als Grund nennt die Beobachtungsstelle vor allem die geringen Schneereserven in den höheren Lagen. Nach einem sehr schneearmen Winter sind diese in diesem Jahr weitgehend geschmolzen und daran würden auch die Niederschläge der vergangenen Tage nichts ändern, berichtet das LPA in einer Aussendung.

Trinkwasser hat oberste Priorität

Bei der Beobachtungsstelle handelt es sich um ein überregionales Koordinierungsgremium, in dem die Regionen Venetien und Friaul-Julisch Venetien, das Land Südtirol und Welschtirol sowie verschiedene Ministerien zusammenarbeiten. Ziel sei es, drohende Dürreperioden frühzeitig zu erkennen und für eine gerechte Verteilung des Wassers zu sorgen.

Besonders heikel sei die Lage während der Vegetationsphase: Jetzt trifft der steigende Wasserbedarf in Landwirtschaft und Sommertourismus auf schwindende Schneereserven, höhere Temperaturen und Trockenperioden. Oberste Priorität habe dabei die Trinkwasserversorgung. So müsse gewährleistet werden, dass der Abfluss der Etsch bei Boara Pisani 80 Kubikmeter pro Sekunde nicht unterschreitet, denn nur so lässt sich der dortige Rückfluss von Salzwasser aus der Adria verhindern.

Das wird von der Bevölkerung erbeten

Die Landesagentur ersucht alle Bürger, nicht unbedingt notwendige Verbräuche zu vermeiden. Eingeschränkt werden sollen insbesondere:

  • die Bewässerung von Gärten und Grünanlagen,
  • die Reinigung von Höfen und Plätzen, auch in touristischen Betrieben,
  • das Waschen von Fahrzeugen zu Hause.

Herausforderung für die Landwirtschaft

Eine besondere Rolle kommt der Landwirtschaft zu: Bewässert werden soll nur bei Notwendigkeit und möglichst in den Abend-, Nacht- und Morgenstunden. Mittelfristig soll verstärkt auf Tropfberegnung und auf den Einsatz von Feuchtigkeitssensoren in den Böden gesetzt werden. Die Bonifizierungs- und Bewässerungskonsortien sind angehalten, ihre Mitglieder darauf hinzuweisen. Auch die Betreiber der großen Stauseen wurden aufgefordert, in diesen Wochen möglichst viel Wasser einzulagern, um für kritische Situationen im Sommer gerüstet zu sein.

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