Fußball statt Arbeit? Jeder Fünfte will WM-Spiele heimlich im Büro streamen

Anstoßzeiten für viele Menschen kein Problem
Laut der aktuellen Umfrage rechnen viele Beschäftigte bereits im Vorfeld mit Leistungseinbußen. Zwar geben 42,3 Prozent der Befragten an, dass Spiele nach Mitternacht für sie kein Problem darstellen.
Gleichzeitig erwartet jedoch fast jeder Dritte (32,7 Prozent), sich am nächsten Arbeitstag schlechter konzentrieren zu können. Weitere 13 Prozent gehen davon aus, langsamer zu arbeiten als gewöhnlich. Jeder Achte plant sogar, wichtige oder anspruchsvolle Aufgaben bewusst auf den Nachmittag zu verschieben. Für Unternehmen könnte die WM damit zu einer echten Belastungsprobe für die Produktivität werden.
Viele Arbeitnehmer wollen Spiele heimlich schauen
Viele Fans wollen ihren Arbeitsalltag deshalb gezielt anpassen. 20,5 Prozent der Befragten planen, später mit der Arbeit zu beginnen, während 13,4 Prozent früher Feierabend machen möchten, um die Spiele verfolgen zu können.
Besonders brisant: Trotz geltender Regeln am Arbeitsplatz wollen 22,5 Prozent der Befragten die Spiele heimlich während der Arbeitszeit streamen. Für manche geht die Bedeutung der WM sogar noch weiter. Falls sich Beruf und Fußball nicht miteinander vereinbaren lassen, würden 10,2 Prozent einen Jobwechsel in Betracht ziehen – etwa hin zu einem Arbeitgeber mit Homeoffice oder flexibleren Arbeitszeiten.
Auch Krankmeldungen spielen offenbar immer wieder eine Rolle. Insgesamt 14,6 Prozent geben an, bereits mindestens einmal Urlaub genommen oder sich krankgemeldet zu haben, um ein Fußballspiel zu sehen oder sich von einer langen Fußballnacht zu erholen. Weitere 6,8 Prozent haben dies sogar mehrfach getan. Knapp jeder Fünfte hat zumindest schon einmal darüber nachgedacht.
Regionale Unterschiede
Besonders risikofreudig zeigen sich laut der Studie die jüngeren Generationen. Unter den Millennials wollen 24,1 Prozent die Spiele heimlich während der Arbeitszeit verfolgen. Bei der Generation Z liegt der Anteil mit 24 Prozent nahezu gleichauf. Die Generation X zeigt sich dagegen deutlich pflichtbewusster: Vier von fünf Befragten würden lieber ein Spiel verpassen, als gegen Regeln am Arbeitsplatz zu verstoßen.
Auch regional zeigen sich deutliche Unterschiede. In Berlin plant mit 26,5 Prozent mehr als jeder Vierte, Spiele während der Arbeitszeit zu streamen – der höchste Wert unter den deutschen Großstädten. Gleichzeitig wünschen sich viele Berliner flexiblere Arbeitszeiten: 22,1 Prozent möchten früher Feierabend machen.
In Frankfurt am Main geben dagegen 50 Prozent an, keinerlei Probleme mit nächtlichen Spielen zu haben. Dennoch räumen dort immerhin 18,6 Prozent ein, bereits Urlaub genommen oder sich krankgemeldet zu haben, um Fußball schauen zu können.
Nach Spielen wird langsamer gearbeitet
Besonders spürbar könnten die Folgen der WM laut Umfrage in Köln werden. Dort erwartet mehr als jeder Fünfte, am Morgen nach einem Spiel langsamer zu arbeiten. Zudem plant fast ein Drittel der Befragten, wegen der späten Anstoßzeiten später mit der Arbeit zu beginnen.
Die Ergebnisse der Studie zeigen deutlich: Die Fußball-WM 2026 dürfte nicht nur die Fans begeistern, sondern auch den deutschen Arbeitsalltag verändern – zumindest für vier Wochen.






