So viele Hinrichtungen wie seit 1981 nicht mehr

Hauptverantwortlich für diesen traurigen Rekord sei der Iran. Allein dort wurden 2.159 Menschen hingerichtet, mehr als doppelt so viele wie 2024. Gemeinsam mit Saudi-Arabien war die Islamische Republik für 93 Prozent aller weltweit erfassten Hinrichtungen verantwortlich. Amnesty International geht davon aus, dass eine kleine Gruppe von Ländern die Todesstrafe gezielt einsetzt, um die Bevölkerung einzuschüchtern und ein Klima der Angst zu schaffen. „Wir sind zutiefst besorgt über diesen Negativrekord“, sagt Shoura Hashemi, Geschäftsführerin von Amnesty International Österreich. „Wir appellieren an Österreich und die internationale Gemeinschaft, jetzt den Druck auf die hinrichtenden Staaten zu erhöhen.“
Nicht in der Statistik enthalten sind die Hinrichtungen in China, denn dort gelten die Zahlen als Staatsgeheimnis. Amnesty schätzt, dass in der Volksrepublik jährlich mehrere tausend Menschen hingerichtet werden, womit das Land weiterhin die meisten Todesurteile weltweit vollstreckt. Auch zu Vietnam und Nordkorea gibt es keine verlässlichen Daten.
Drogendelikte als häufigster Hinrichtungsgrund
Fast die Hälfte aller erfassten Hinrichtungen wurde wegen Drogendelikten vollstreckt. Vor allem in China, im Iran, in Kuwait, Saudi-Arabien und Singapur. Das verstößt laut Amnesty gegen internationales Menschenrecht. „In Saudi-Arabien und vor allem im Iran sind Drogendelikte oft ein Vorwand für politisch motivierte Todesstrafen“, erklärt Hashemi. In einigen Ländern werden zudem Bestrebungen vorangetrieben, die Todesstrafe wieder einzuführen oder auszuweiten. Algerien, Kuwait und die Malediven legten Gesetzesentwürfe vor, um die Todesstrafe auf Drogendelikte auszuweiten. Der Tschad und Peru prüfen die Wiedereinführung, Burkina Faso hat einen entsprechenden Gesetzesentwurf bereits angenommen. Auch in Israel wurde ein Gesetz mit knapper Mehrheit beschlossen, das die Todesstrafe bei terroristisch motiviertem Mord vorsieht. Amnesty kritisiert das Gesetz scharf: Es treffe vor allem Menschen palästinensischer Abstammung.
APA/UT24






