„1809 war kein Event“: JWA kritisiert Vermarktung von Tiroler Geschichte

Je näher das Treffen rücke, desto stärker entstehe laut Anderlan der Eindruck, dass das historische Gedenken zunehmend zur Kulisse für Tourismuswerbung und Standortmarketing werde. Damit drohe eine Entwicklung weg vom ursprünglichen Gedenkcharakter hin zu einer reinen Inszenierung.
Statt sich ernsthaft mit den politischen und historischen Hintergründen von 1809 auseinanderzusetzen – oder mögliche Parallelen zur Gegenwart zu reflektieren – werde das Ereignis immer stärker auf ein folkloristisches Spektakel reduziert, so die Kritik.
„1809 war kein Event“
Anderlan betont, dass 1809 kein „Event“ gewesen sei, sondern Ausdruck einer konfliktreichen und wehrhaften Geschichte – von den Bauernkriegen über die Weltkriege und die 1960er Jahre bis in die heutige Zeit.
Das Alpenregionstreffen sollte seiner Ansicht nach nicht nur dazu dienen, Tradition zu präsentieren, sondern deren tieferen Sinn sichtbar zu machen. Tirols Geschichte verpflichte dazu, Freiheit, Heimat und Verantwortung nicht nur zu beschwören, sondern auch in der Gegenwart ernsthaft zu leben.
Warnung vor Verlust der Gedenkkultur
Nur so könne das Gedenken an 1809 lebendig bleiben und dürfe nicht zur bloßen Kulisse verkommen, so Anderlan weiter. Die Kritik richtet sich damit vor allem gegen eine mögliche Reduzierung des historischen Anlasses auf touristische und repräsentative Zwecke.
Jürgen Wirth Anderlan ist ehemaliger Landeskommandant des Südtiroler Schützenbundes und Landtagsabgeordneter der Liste JWA.






